Präsentationen im Projektmanagement

Die Fähigkeit, Ideen klar und überzeugend zu präsentieren, ist von entscheidender Bedeutung. Präsentationen dienen nicht nur dem Informationsaustausch, sondern bieten auch die Gelegenheit, Teammitglieder, Stakeholder und Entscheidungsträger zu inspirieren, zu informieren und zu mobilisieren. Ob es darum geht, den Fortschritt eines Projekts zu kommunizieren, eine neue Initiative vorzustellen oder eine wichtige Entscheidung zu treffen: Die Qualität einer Präsentation kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Zwei Personen sprechen vor einem Flipchart mit Diagrammen, während andere zuhören.

Inhalt

Nutzen von Präsentationen

Präsentationen sind aus dem Arbeitsalltag von Projektmanagern und ihren Teams nicht mehr wegzudenken. Selbst erfahrene Fachleute stellen sich vor jeder Präsentation die Frage: „Habe ich alle Aspekte bedacht?” Denn eine Projektpräsentation sollte weit mehr sein als ein monotoner Vortrag. Es geht vielmehr darum, durch möglichst interaktive Elemente zu überzeugen. Der Präsentierende möchte die Zuhörenden auf seine Seite ziehen. Dabei sind drei zentrale Botschaften entscheidend, die sich im Unterbewusstsein der Zuhörenden verankern sollen:

1. Kompetenz: "Hier sind Profis am Werk!"
2. Stärke / Dynamik: "Wir haben das Projekt fest im Griff!"
3. Sympathie / Kommunikation: "Wir sind freundliche Menschen, die sich gerne mit Ihnen austauschen!"

Diese Essenz gilt es gekonnt zu vermitteln, um eine erfolgreiche Projektpräsentation zu gestalten.

Die optimalen Rahmenbedingungen

Für eine gelungene Präsentation ist eine dem Anlass und der Zielgruppe angemessene Umgebung erforderlich. Dazu gehören:
 
  • Ein ansprechender Raum mit geeigneter Lage und Möblierung, angenehmer Temperatur und Beleuchtung sowie Sauberkeit, Ordnung und Ruhe.
  • Eine gut funktionierende Technik inklusive Beamer und den richtigen Verbindungskabeln.
  • Versorgung: Erfrischungsgetränke und leichte Snacks für den kleinen Hunger.
  • Erscheinungsbild: angemessene Kleidung des Vortragenden, der mit sauberen und gepflegten Unterlagen auftritt.
  • Das richtige Zeitfenster: Am frühen Morgen um 8 Uhr sind viele Menschen noch müde und wenig aufnahmefähig, und auch nach dem Mittagessen ist die geistige Leistungsfähigkeit meist eingeschränkt. Genauso sind manche Kollegen nach 17 Uhr gedanklich schon beim Abendessen. Daher ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt auszuwählen. Optimale Zeitfenster für Präsentationen sind morgens ab 9 Uhr bis zur Mittagspause und nachmittags von 14 Uhr bis ca. 17 Uhr.

Zielgruppengerechte Aufbereitung

Der Inhalt muss auf die Zielgruppe abgestimmt sein. Dabei ist zu berücksichtigen, ob es sich bei den Teilnehmenden um Anfänger, Fortgeschrittene oder Experten auf dem behandelten Gebiet handelt. Ein hilfreicher Ansatz besteht darin, im Vorfeld Kollegen zu Rate zu ziehen, die das Wissensniveau der Zuhörer einschätzen können. Beispielsweise könnte man fragen: „Wie vertraut ist der Kunde mit Projektsteuerung?”
Bei der Vorbereitung sollte sich der Redner in die Denkweise und das Arbeitsumfeld der Zuhörenden hineinversetzen. Um die Aufmerksamkeit des Publikums aufrechtzuerhalten, ist es ratsam, greifbare Elemente wie Modelle oder Prototypen zu präsentieren. Solche Ansätze schaffen eine stärkere Verbindung zwischen dem Publikum und dem präsentierten Thema, die weit über das bloße Zuhören hinausgeht.
Die letzte Folie sollte die wichtigsten Punkte der Präsentation noch einmal in Erinnerung rufen, sich dabei aber auf maximal drei Schlüsselbegriffe beschränken. Im Anhang können den Zuhörenden verdeckte Folien als Backup zur Verfügung gestellt werden. Hier werden Informationen hinterlegt, die nur bei Bedarf abgerufen werden, beispielsweise Inhalte aus Projektphase 1, obwohl das Projekt bereits in Phase 3 ist. Auf diese Weise beweist der Präsentierende Kompetenz und Voraussicht und ist für alle Eventualitäten mit den richtigen Informationen gewappnet.

Wie eine Präsentation aufgebaut sein sollte

Die folgende Struktur kann als Grundlage für die Vorbereitung einer erfolgreichen Projektpräsentation dienen. Zu beachten ist, dass diese Struktur nicht in allen Situationen eins zu eins anwendbar ist und die zuvor definierte Zielgruppe berücksichtigt werden sollte.
 
  • Projektaufgabe: Zu Beginn muss das Thema, d.h. der Ausgangspunkt des Projekts und die Herausforderung, der es sich stellt, definiert werden.
  • Nutzen: In diesem Abschnitt wird erläutert, welchen Mehrwert das Projekt sowohl für das Unternehmen als auch für potenzielle Nutzer bietet.
  • Ziele: Hier stehen die konkret formulierten Ziele des Projekts im Mittelpunkt. Was soll erreicht werden und wie wird der Erfolg gemessen?
  • Wege zum Ziel: Welche Strategien und Schritte müssen unternommen werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
  • Diskussion und Fragen: Es ist wichtig, Raum für Diskussionen und Fragen zu schaffen, um ein tieferes Verständnis zu ermöglichen und die Interaktion zu fördern.
  • Appell an die Zuhörenden: Hier kann z. B. zur Mitarbeit oder zum Engagement aufgerufen werden, um die Beteiligung und das Interesse der Zuhörer zu stärken. 
Alternativ kann ein strukturierter dreistufiger Ansatz gewählt werden, um die Struktur aufzubauen. Diese Vorgehensweise eignet sich insbesondere für Situationen, in denen eine gezielte Veränderung initiiert oder vorbereitet werden soll.
 
  • Situation erfassen: Es sollte die aktuelle Situation detailliert beschrieben werden, um eine Grundlage für die folgenden Schritte zu schaffen.
  • Gründe für die Veränderung aufzeigen: Hier wird erläutert, warum eine Veränderung notwendig ist und welche Argumente dafür sprechen.
  • Lösungsansätze aufzeigen: In diesem Abschnitt werden konkrete Maßnahmen und Schritte vorgestellt, wie die Situation zum Besseren verändert werden kann.
Bei Präsentationen, die primär der Information dienen, beispielsweise Statusupdates oder Fortschrittsberichte, ist eine stärker faktenorientierte Struktur hingegen sinnvoll. Der Fokus liegt hierbei nicht auf der Herbeiführung von Veränderungen, sondern auf der transparenten Darstellung des aktuellen Projektstands. Typische Bestandteile sind die Einordnung der Ausgangssituation, die Darstellung des aktuellen Stands, zentrale Ergebnisse oder Kennzahlen, mögliche Herausforderungen und die nächsten Schritte.
Unabhängig von der gewählten Präsentationsart gilt für alle zuvor genannten Formen, dass während der gesamten Präsentation ein „roter Faden” beibehalten und ein Spannungsbogen kontinuierlich aufgebaut werden sollte, der sich erst am Ende der Präsentation auflöst. Dadurch werden die Zuhörenden neugierig auf das, was als Nächstes präsentiert wird.
Ein gelungener Einstieg kann beispielsweise durch ein Praxisbeispiel oder ein spannendes Szenario geschaffen werden. Das erzeugt Interesse und kann sogar zum Schmunzeln oder Nachdenken anregen. Um Abwechslung in eine ansonsten textlastige Präsentation zu bringen, eignen sich Grafiken und Tabellen, um Zahlen und Fakten übersichtlich darzustellen.
Bei der Vorbereitung der Präsentation sollte sich der Vortragende am besten Stichpunkte notieren, die als Gedächtnisstütze dienen. Dabei ist es sinnvoll, groß zu schreiben und genügend Abstand zwischen den Zeilen zu lassen, damit die Wörter auch aus der Ferne gut zu entziffern sind.

Ablauf einer Präsentation

Zwischenrufe und Fragen bringen manchen Vortragenden aus dem Konzept. Um solche Unsicherheiten und Diskussionen während des Vortrags zu vermeiden, könnte folgende Vorgehensweise in Betracht gezogen werden:
 
  • Je nach Rahmen des Vortrags sollten wesentliche Verständnisfragen nur in Ausnahmefällen während des Vortrags gestellt werden und innerhalb von 30 Sekunden beantwortet werden. Falls das nicht möglich ist, sollten sie ans Ende des Vortrags verschoben werden.
  • Fragen, auf die der Vortragende keine Antwort hat, sollten für das Publikum sichtbar notiert werden. Er kann zusichern, die Antwort spätestens am nächsten Tag nachzureichen, am besten durch eine Rundmail an alle, die ihre E-Mail-Adresse in die Anwesenheitsliste eingetragen haben oder die - z. B. bei Projektsitzungen - im Protokoll vermerkt sind.
  • Eine kurze Pause (z. B. eine Minute) zwischen den einzelnen Themenblöcken gibt den Zuhörern die Möglichkeit, das zuletzt Gehörte zu reflektieren und sich auf ein neues Thema einzustellen.
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollte der Vortragende im Vorfeld einige Vorkehrungen treffen. Das Vorhandensein der Präsentationsunterlagen sowohl auf dem PC als auch als Sicherheitskopie auf einem USB-Stick oder in der Cloud, ein Technikcheck sowie ein aufgeladener Presenter haben schon viele Präsentationen erfolgreich abgesichert.

Auswahl der Informationen

Weniger ist oft mehr. Diese Weisheit gilt auch für den Inhalt einer Präsentation. Für jedes Thema sollten zwei oder drei überzeugende Argumente ausreichen. Fügt ein Redner zu viele Punkte oder unwichtige Informationen hinzu, verlieren die Kernaussagen an Klarheit und Bedeutung. Ein Übermaß an Informationen kann auch die Zuhörer verwirren.
Die Auswahl der Informationen, die in die Präsentation integriert werden sollen, wird erleichtert, wenn bei jedem Punkt die Frage nach dem Nutzen gestellt wird: "Ist das für meine Zielgruppe relevant? Welchen Mehrwert haben die Zuhörenden, wenn sie diese Information von mir erhalten? Fehlt ihnen etwas Wichtiges, wenn sie diese Information nicht erhalten?"
In Situationen, in denen der Erstellende - was häufig der Fall ist - mehrere Punkte als wichtig erachtet, ist eine Priorisierung unumgänglich. Wenn es immer noch schwierig ist, Inhalte zu streichen, empfiehlt es sich, die einzelnen Punkte zumindest auf mehrere Folien zu verteilen. Dies hilft dem Publikum, den Überblick zu behalten. Für die Anzahl der Folien pro Zeiteinheit gibt es verschiedene Empfehlungen, die sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen: etwa drei bis fünf Minuten pro Folie. Es wird jedoch empfohlen, nicht mehr als 20 Folien hintereinander zu verwenden, um sicherzustellen, dass die Zuhörenden die präsentierten Inhalte noch angemessen aufnehmen können.

Gestaltung

Eine gelungene Präsentation zeichnet sich durch eine klare Struktur aus. Diese ermöglicht es dem Publikum, die dargestellten Inhalte nachhaltig aufzunehmen. Überladene Diagramme und Grafiken sind vergebene Mühe, da sich das Publikum bereits beim ersten Anblick überfordert fühlt. Dadurch fehlt oft der Anreiz, überhaupt mit dem Lesen zu beginnen. Wichtig ist, dass diese visuellen Elemente eine klare, sofort erkennbare Botschaft vermitteln. Die Darstellung sollte professionell und leicht verständlich sein. Grafiken sollten auf den ersten Blick erfassbar sein, um Bilder im Kopf der Zuhörenden entstehen zu lassen und nicht nur an der Wand zu existieren. Arbeitet der Referent mit einem Beamer bzw. einem Großbildschirm, sollte er folgende Punkte beachten:
 
  • Verwendung einer Schriftgröße von mindestens 20 Punkt
  • Beschränkung auf maximal drei Kernbotschaften pro Folie
  • Gliederung durch Absätze und prägnante Zwischenüberschriften
  • Jede Folie mit einer präzisen, prägnanten Überschrift versehen
  • Verwendung klarer und einfacher Sätze im Subjekt-Prädikat-Objekt-Stil (zum Beispiel: „Meine Kollegin leitet das Projekt.“)
  • Vermeidung von Passivkonstruktionen (zum Beispiel: „Der Projektleiter erläutert“ ist besser als „Es wird vom Projektmanager erläutert“).
  • Hervorhebung wichtiger Punkte durch Formatierung (zum Beispiel: Fettdruck), am besten jedoch auf einen Punkt pro Absatz beschränken
  • Verwendung von nur einer Schriftart und maximal zwei Schriftschnitte (z. B. normal und fett) sowie maximal drei Schriftgrößen pro Folie.
  • Geschickte Anordnung der Elemente, um genügend Freiraum zu erhalten
  • Integration von visuellen Hilfsmitteln (z. B. Symbolen) und konsistente Verwendung dieser Hilfsmittel
  • Verwendung nicht nur von reinem Text, sondern auch von Bildern, Grafiken, Diagrammen und Tabellen.
  • Wichtig: Das Projektlogo sollte auf jeder Seite an der gleichen Stelle platziert werden.
Personen, die keine Erfahrung mit der Erstellung und Bearbeitung von Folien haben, sollten darauf verzichten. Gut strukturierte und ansprechend formatierte Textblöcke sind oft wirkungsvoller als misslungene grafische Darstellungen.

Referent

Der Erfolg einer Präsentation hängt maßgeblich von der Ausstrahlung des Vortragenden ab. Es ist daher sehr wichtig, dass diese Person eine ruhige Präsenz ausstrahlt und nervöse Bewegungen, wie beispielsweise ständiges Wippen von einem Fuß auf den anderen, vermeidet. Stattdessen sollten bedächtige, aber kraftvolle und souveräne Bewegungen gezeigt werden. Unerlässlich sind ein ständiger Blickkontakt zum Publikum, eine offene, dem Publikum zugewandte Körperhaltung sowie eine kontrollierte Gestik und Mimik ohne übertriebene, das Publikum bedrängende Armbewegungen. Abwehrgesten wie das symbolische Heben der Hände in einer Art Kapitulation sollten vermieden werden.
Lampenfieber überkommt auch erfahrene Präsentatoren immer wieder. Nervosität vor einem wichtigen Auftritt ist jedoch nichts Verwerfliches, sondern ein ganz natürliches Gefühl. Die Angst vor der unbekannten Situation, die Befürchtung, den Erwartungen des Publikums nicht gerecht zu werden, die Möglichkeit der Kritik durch andere und die Eventualität des Scheiterns setzen den Präsentierenden zu.
Hilfreiche Strategien gegen Lampenfieber umfassen:
 
  • Die Situation als Chance und nicht als Bedrohung sehen.
  • Kultivieren Sie positive Gedanken wie "Alles ist so, wie es sein soll", anstatt sich in negativen Gedanken wie "Ich hätte mich besser vorbereiten sollen" zu verfangen.
  • Ansprüche herunterschrauben: Niemand ist perfekt, das Publikum erwartet in erster Linie einen gut strukturierten und lebendigen Vortrag.
  • Sich an eine schwierige Situation erinnern, die man bereits gemeistert hat, um das Selbstvertrauen zu stärken.
  • Sich vorstellen, wie die Präsentation erfolgreich endet und das Publikum zufrieden ist.
  • Unauffällig mehrmals tief ein- und ausatmen, am besten bei geöffnetem Fenster.
  • Im Raum auf und ab gehen und sich dabei auf die Aufgabe konzentrieren.
  • Lächeln.
  • Üben - denn je mehr Übung, desto geringer das Lampenfieber.

Fazit

Für jeden Projektmanager ist die Fähigkeit, überzeugende Präsentationen zu halten, eine unverzichtbare Kompetenz. Eine gut durchdachte und professionell gestaltete Präsentation kann nicht nur zum Erfolg eines Projekts beitragen, sondern auch das Vertrauen der Stakeholder stärken und die Zusammenarbeit im Team fördern. Die Beherrschung der Grundprinzipien von Kommunikation, Design und Strategie stellt sicher, dass Botschaften klar, ansprechend und effektiv vermittelt werden. Ob es darum geht, einen Meilenstein zu feiern, eine Herausforderung zu meistern oder eine neue Vision vorzustellen – die Kunst der Präsentation bietet die Möglichkeit, Ziele zu erreichen und Projekte erfolgreich voranzutreiben. Mit den richtigen Werkzeugen und Techniken können Präsentationen informieren, inspirieren und überzeugen.

Präsentationen im Projektmanagement  - Das Logo der IAPM.
Autor: IAPM intern
Schlagworte: Projektmanagement, Präsentationen

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