OKR – Ziele und mehr

Im Projektmanagement kann man sich vor Abkürzungen oft nicht retten. Viele Abkürzungen benutzen wir im Alltag, ohne teilweise wirklich zu wissen, wofür sie stehen, weil sie vielfach auch aus Fremdsprachen, bevorzugt aus dem Englischen, kommen. OKR ist nur eine von vielen Abkürzungen, die aus den USA zu uns gelangt ist. Was also bedeutet OKR? Es steht für Objectives and Key Results. Es bedeutet also im Grunde „Ziele das Erreichen derselben“. Es geht um die Zielsetzung aber ebenso um das Erreichen der Ziele und wie das wiederum gemessen werden kann. Durch OKR soll der Prozess der Zielsetzung vereinheitlicht und der Ablauf des Beschreibens und Messens der Zielerreichung definiert werden. Wie setze ich Ziele, wie überwache ich sie, wie passe ich sie an?
Wir kennen schon KPIs, strategische Maßnahmen und SMART-Ziele. Warum brauchen wir jetzt noch OKR? Nun, wenn Unternehmen wie Twitter, Google und Walmart OKR anwenden, dann lohnt es sich, einen näheren Blick darauf zu werfen.
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OKR – eine Definition

OKR ist ein Framework, welches sich mit der Zielsetzung befasst, also eine Planungsmethodik und ein Werkzeug zur Strategieanpassung. Normalerweise wird OKR im gesamten Unternehmen angewendet, also in allen Abteilungen und Teams. OKR kann auf jeder Stufe eingesetzt werden, sogar zum persönlichen Selbstmanagement. Im Grunde ist OKR nichts wirklich Neues. Bewährte Konzepte werden in einem Framework zusammengefasst und vereinfacht, damit der schwierige Prozess der Zielsetzung und -überwachung besser funktioniert. In der Regel wird OKR quartalsweise angewendet.

OKR – Der Ursprung

Seine Ursprünge hat OKR in Peter Druckers „Management by Objectives“. Das war allerdings schon 1954. Im Jahr 1970 haben John Doerr und Andy Grove für Intel in den USA aus seinen Ansätzen das Prinzip des OKR entwickelt. Knapp drei Jahrzehnte später benutzte der 1999 brandneue Konzern Google schließlich dasselbe Konzept und tut es bis heute.

OKR – Der Aufbau

Wie konnte OKR Google und anderen Giganten zu einem solchen Erfolg verhelfen? Die Antwort auf diese Frage ist, dass OKR nicht nur dabei hilft, Ziele zu definieren, sondern auch dabei, zu messen, inwiefern diese Ziele erreicht werden konnten. John Doerr hat dazu eine Art Formel verfasst. Sie lautet: I will (Objective) as measured by (this set of Key Results). Der springende Punkt hierbei liegt im „Measured by“. Nur messbare Ziele sind tatsächlich Ziele. Ein Ziel, das nicht messbar ist, ist nur eine Idee oder vielleicht ein Wunsch. Zu den Objectives: Sie beschreiben also, was Sie erreichen wollen. Prägnant und motivierend. Formulieren Sie Ihre Ziele wie eine spannende Herausforderung. Ein Beispiel wäre: Unser Unternehmen ist der bekannteste Hersteller von zuckerfreien Müsliriegeln. Sie formulieren einen Zustand, den Sie erreichen wollen. Dann die Key Results: Hier müssen Sie die Kennzahlen definieren, mit denen Sie das Erreichen des jeweiligen Ziels messen wollen. Sinnvoll ist eine Anzahl von zwei bis fünf Kennzahlen pro Ziel. Wieder zu unserem Beispiel: Die Social Media Follower wachsen um 100%. Der Webseiten-Traffic wächst um 50%. Das Earned Media Value ist 50% höher als beim nächsten Konkurrenten. Immer nach der Prämisse: Wenn keine Zahl enthalten ist, ist es kein Key Result.

OKR – Und mehr

Initiatives sind im Grunde nicht Bestandteil von OKR, werden aber ebenso in dem Zusammenhang verwendet. Es muss schließlich auch klar sein, wie die definierten Key Results erreicht werden können. Hier beschreiben Sie die Maßnahmen, mit denen Sie zum Ziel kommen wollen. Wieder zu unserem Beispiel: Es wird eine Social Media Agentur engagiert und es werden Influencer-Kampagnen gestartet.

OKR – Die Vorteile

Die Vorteile von OKR sind vielseitig und liegen auf der Hand. Ein klarer Fokus liegt auf den wichtigsten Themen. Es wird schnell klar, ob die Projekte und Aktionen wirklich dazu geeignet sind, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ebenso wird gut erkennbar, ob die Arbeitszeit richtig eingesetzt wird, also gut priorisiert wurde. Nur wenn die Prioritäten richtig gesetzt werden, können alle in eine Richtung ziehen und die Ressourcen werden genau dort eingesetzt, wo sie letztendlich gebraucht werden. Viele Unternehmen arbeiten mit OKR, die nicht von oben herab bestimmt werden. Teams definieren ihre eigenen OKR, meist um damit übergeordnete OKR zu erreichen. Auf diese Weise wird das persönliche Engagement eines jeden Mitarbeiters gefördert. OKR begünstigen eine klare Kommunikation, weil sie transparent und für alle sichtbar sind. Mitarbeiter können sich idealerweise darauf konzentrieren, inwieweit sie beim Erreichen der Ziele mitgeholfen haben, statt stur Arbeitsschritte abzuhaken. Das Ergebnis zählt. Viele Unternehmen, die mit OKR arbeiten, berichten davon, dass ihre Mitarbeiter motivierter sind, selbst dann, wenn die gesetzten Ziele unerreichbar sind. Nicht zuletzt muss auch der Business Impact genannt werden. Viele Unternehmen folgen dem Trend und erzielen dank aktiver und funktionierender OKR-Prozesse eine höhere Leistungsfähigkeit und steigende Verkaufszahlen. OKR liegt im Trend und das kommt nicht von ungefähr. Richtig eingesetzt hilft OKR dabei, Erfolgskriterien zu definieren und diese allen im Unternehmen zugänglich zu machen. Ein Fokus auf das Wesentliche und eine motivierte Mitarbeiterschaft zeigen schließlich den gewünschten Erfolg.
Autorin: IAPM intern 

Schlagworte: Projektmanagement, Methoden, Ziele, Messmethoden, Tools

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