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Tom DeMarco: Spielräume. Projektmanagement jenseits von Burn-out, Stress und Effizienzwahn

Kurz zusammengefasst

Tom DeMarco ist kein Autor, der Lehrbücher schreibt. "Spielräume" ist mitunter eines seiner besten Bücher und deshalb sehr zu empfehlen. DeMarco zeigt auf, wie Organisationen flexibler gemacht werden können. Er vermittelt, wie Spielräume in den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur eingeführt und bewusst genutzt werden können. Die deutsche Übersetzung des ursprünglich amerikanischen Buches ist hervorragend und ebenso gut gelungen wie das Original. "Spielräume" ist ein Buch, das in jede Managementbibliothek gehört und ein Muss für jeden (gestressten) Projektmanager.

Inhaltszusammenfassung

"Ein Unternehmen, das die Geschwindigkeit erhöhen, aber die Richtung nicht ändern kann, ist wie ein Auto, das sich beschleunigen, aber nicht lenken lässt."

In "Spielräume" wird beschrieben, wie Menschen in Unternehmen zusammenarbeiten, was sie motiviert und wie man dies für ein erfolgreiches Unternehmen zum Nutzen von Mitarbeitern und Unternehmern einsetzen kann. Was kann falsch daran sein, ein Unternehmen und die Mitarbeiter auf Effizienz zu trimmen? Viel. Zumindest wenn das Unternehmen hauptsächlich aus Kopfarbeitern besteht. Wenn Effizienz das höchste Ziel ist, bleiben Flexibilität und Kreativität zwangsläufig auf der Strecke.

Tom deMarcos Konzept der Spielräume lässt sich auf viele Unternehmensbereiche anwenden:

  • Ohne Spielräume bleibt keine Zeit zum Analysieren, Planen oder für Kreativität. Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource einer Firma. Werden ihnen keine Freiräume zugestanden und haben sie keine Möglichkeit für persönliches Wachstum, so werden sie über kurz oder lang das Unternehmen verlassen - und das kann teuer werden.
  • Projekte mit aggressiven Zeitplänen sind fast immer zum Scheitern verurteilt, denn sie beinhalten keine zeitlichen Spielräume, um flexibel auf Probleme reagieren zu können. Werden nun auch noch langfristige Überstunden eingeführt kommt es zum Schlimmsten, denn die Folgen sind Qualitätsminderung, Burnout und hohe Fluktuationsraten.
  • Wird in einem Unternehmen aus Effizienzgründen das mittlere Management stark beschnitten, so nimmt sich das Unternehmen jede Möglichkeit, sich flexibel an neue Gegebenheiten anzupassen - denn genau dort befindet sich das Zentrum des Wandels.

Das Buch zeigt die Gefahren von Management-by-Objectives und Prozessverliebtheit auf und erläutert die Wichtigkeit von Risikomanagement. Es beschreibt aber auch, wie sich eine Organisation in eine lernende Organisation verwandeln kann und wie Kopfarbeiter geführt werden müssen, um ihr wahres Potenzial entfalten zu können. Die Einsichten und Ratschläge helfen, mit Spielräumen ein Unternehmen gesund und überlebensfähig zu halten. Manchmal ist es effektiv, auf Effizienz zu verzichten. Die komplexen Zusammenhänge innerhalb einer Organisation werden durch passende Vergleiche veranschaulicht und erklärt.

Beschreibung des Stils

"Spielräume" ist:

  • kurzweilig und verständlich
  • interessant und fesselnd
  • griffig formuliert und gespickt mit Beispielen
  • humorvoll und dabei nicht banal
  • flüssig geschrieben und sehr gut zu lesen
  • unterhaltsam und lehrreich
  • wenig wissenschaftlich und doch realitätsnah

Und das alles, obwohl das Buch ein Management-Fachthema behandelt.

Bezug zum Projektmanagement

Gleich vorne weg: Wer ein Buch ausschließlich über Projektmanagement erwartet, wird enttäuscht werden, denn mit Projektmanagement hat das Buch nur am Rande zu tun. Das Buch handelt in erster Linie nicht von Projektmanagement, sondern von Arbeitsweisen und Management im Umfeld von Kopfarbeitern. Versteht man es als inhaltliche Ergänzung und nicht als Grundlagenwerk, dann erfrischt es in der oft vergeistigten Welt des Projektmanagements und regt zur kritischen Reflexion an.

Das Buch beschreibt:

  • Unternehmen, wie sie in der Realität sehr häufig vorkommen
  • Fehler, die im heutigen (Projekt-)Management gemacht werden
  • Zum Teil kuriose Schlussfolgerungen von Managern
  • Erkenntnisse und Einsichten, die so kaum den Eingang in die Organisationstheorie von Projekten finden werden.

Umso mehr müssen diese Einsichten und die Ratschläge in die Praxis von Projekten Einzug halten, denn nur so können beim nächsten Projekt viele Fehler vermieden werden.

Tipp

Literatur für alle Kopfarbeiter! Für die hart Arbeitenden, als Anstoß zum Nachdenken und für die Workaholics zum Tarieren der Work-Life-Balance. Pflichtlektüre für alle, die etwas mit „Manage-ment“ zu tun haben, um eine zufriedene Organisation und ein kreatives Umfeld zu schaffen.

Die Bücher von Tom DeMarco bringen den größten Gewinn, wenn man sie in folgender Reihenfolge liest:

1. Der Termin
2. Wien wartet auf Dich!
3. Bärentango
4. Spielräume
5. Adrenalin-Junkies und Formular-Zombies

Biografie des Verfassers

Tom DeMarco, US-Unternehmensberater, Projektberater und Bestsellerautor, zählt zu den bekanntesten Experten zum Thema Projektmanagement.
Er hat in den letzten Jahren viel beachtete Bücher zum Thema Management von Softwareprojekten geschrieben.

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