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Teamarbeit durch psychologische Sicherheit verbessern

Teamarbeit durch psychologische Sicherheit verbessern 22.02.2018 - Wer kennt es nicht – Teamarbeit kann Segen und Fluch zugleich sein. Ist das Team gut aufeinander eingespielt oder kommuniziert richtig, bringt Teamarbeit einen echten Mehrwert für alle Beteiligten. Ist aber „der Wurm drin“, kann mit der Produktivität des Teams auch die Motivation der Mitglieder minimiert werden.

Woran es liegt, dass manche Teams problemlos und effizient zusammenarbeiten, andere jedoch schon sehr früh scheitern, dieser Frage ging auch Google mit dem Projekt „Aristotle“ nach. Google untersuchte im eigenen Unternehmen die Unterschiede zwischen erfolgreichen und mittelmäßigen bzw. schlechten Teams. Obwohl die Rahmenbedingungen ähnlich waren, traten teils signifikante Unterschiede bezüglich der Leistungen im Team auf.
 

Psychologische Sicherheit ausschlaggebend für gute Teamarbeit

Als Grund hierfür definierten Sie nicht die Teamzusammensetzung, denn homogene Teams, bezogen auf das Leistungsniveau und Heterogenität der Persönlichkeiten, tragen nicht zwingend zu einer guten Teamarbeit bei. Ausschlaggebend war laut Googels Projektergebnis die psychologische Sicherheit.
Die psychologische Sicherheit bezieht sich darauf, wie das Team als Ganzes und die einzelnen Mitglieder auf vermeintlich unangenehme Situationen reagieren. Ist es einigen Teammitgliedern peinlich ihre Meinung zu äußern, aus Angst „etwas Falsches“ zu sagen oder nicht ernst genommen zu werden? Falls dies der Fall ist, bevorzugen diese Mitglieder das Schweigen, um ihre Ideen und Kommentare nicht herabwürdigen zu lassen.
 

Offene angstfreie Kommunikation im Team

Entstehen solche angstbehafteten Situationen ist das sind für die Teamarbeit sehr schlecht. Sobald sich die Mitglieder jedoch wohlfühlen und jede Idee ernstnehmen, sie diskutieren und gemeinsam eine Lösung erarbeiten, erzielen sie als Team bessere Ergebnisse – denn auch Scheitern kann positiv zum Endergebnis beitragen.
Neben dieser offenen und wertungsfreien Kommunikation spielt auch eine persönliche Beziehung zu den Kollegen innerhalb des Teams eine wichtige Rolle.
 

Drei Tipps für bessere Teamarbeit von Google
 
Um das Teamwork zu verbessern gibt Google drei Tipps.

Zuerst soll der Status Quo erfasst werden. Hier wird beurteilt, wie effizient ein Team arbeitet. Hierzu zählen unter anderem auch die Verlässlichkeit der Mitglieder und wie die eigene Arbeit gewürdigt wird. Für jede Kategorie erarbeitete Google Negativbeispiele und Fragen, die helfen den Status Quo zu erfassen. Diese Fragebögen werden anonym ausgefüllt, sodass Teammitglieder ehrlich antworten. Auch wenn der Google-Fragebogen nicht zum Einsatz kommt, sollte offen kommuniziert und über Probleme gesprochen werden.

Im zweiten Schritt sollte die eigene Kommunikation verbessert werden. Hierzu zählen neben der tatsächlichen Kommunikation auch die Mimik und Gestik.
Zur guter Kommunikation gehört das Vermeiden von Lästereien und sarkastischen Bemerkungen, aber auch das abwertende Rollen mit den Augen oder ähnliches. Stattdessen trägt aktives Zuhören und eine würdevolle Gesprächskultur zur guten Kommunikation bei. Auch persönliche Kontakte helfen die psychologische Sicherheit zu stärken

Im dritten Tipp empfiehlt Google konkrete Maßnahmen zu planen. Diese Maßnahmen unterscheiden sich von Team zu Team, je nachdem wie die psychologische Sicherheit im Status Quo aussah. Die Maßnahmen müssen auf das Team abgestimmt sein und die Auswirkungen dieser sollten bedacht werden. Beispielsweise kann fehlende Selbstorganisation eines Teams negativ zur psychologischen Sicherheit beitragen, denn diese Teams sind weniger motiviert selbst Ideen zu entwickeln und sind anhängiger von Entscheidungen anderer als jene Teams, die sich selbst organisieren.

Sind die Maßnahmen geklärt, werden sie in einem Plan festgehalten, der wie ein Product Backlog funktioniert und die Schritte zum optimalen Team darstellt.
Ist diese psychologische Sicherheit erreicht, sollte ein Team gute Leistungen erzielen. Jedoch gibt es auch hier eine Kehrseite: Fühlen sich die Teammitglieder zu wohl und zu sicher, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Team in unethische Verhalten abdriftet, da es keine Strafe zu befürchten hat. Dies hängt aber nicht nur mit dem Team, sondern auch maßgeblich mit der Unternehmenskultur zusammen – oft ist das nur ein schmaler Grat. Wenn die gesamte Unternehmenskultur vertrauensvoll ist, ist die Kommunikation auf allen Ebenen offen und das Vertrauen zum Vorgesetzten ist gegebenen, so dass dieser im Falle schlechter Entscheidungen eingreifen kann.


Dieser Artikel wurde für Sie zusammengefasst. Das Original finden Sie unter folgendem Link: entwickler.de/online/agile/tipps-psychologische-sicherheit-teamwork-579795421.html

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