Scrum Guide 2020 - Was ist neu?

Mitte November war der 25. Geburtstag von Scrum und Release einer neuen Version des Scrum Guide
Die guten Neuigkeiten: Scrum bleibt Scrum.
Person arbeitet an einem Laptop. Auf dem Bild sind einige Scrum relevante Symbole abgebildet.

Trotzdem gab es einige wesentlichen Änderungen:

  • Neuer Baustein: Das Product Goal. Was das Sprint Goal für einen Sprint, ist das Product Goal für das Produkt: Was wollen wir mit dem Produkt über die kommenden Sprints erreichen? Jeder Sprint sollte uns näher zu diesem Ziel bringen.
  • Das Development Team wird durch “Developers” ersetzt. Das vereinheitlicht die Sprache und führt zu mehr Klarheit: Es gibt ein Team, das Scrum Team. Dazu gehören verschiedene Verantwortungen, welche durch Scrum Master, Product Owner und Developers wahrgenommen werden.
  • Jedes Artefakt hat nun ein zugehöriges Commitment. Das führt zu mehr Klarheit in Bezug auf Sprint Goal und Definition of Done.
Product Backlog → Product Goal
Sprint Backlog → Sprint Goal
Increment → Definition of Done 
  • Das Sprint Planning wird mit der Eingangsfrage “why” ergänzt: Weshalb machen wir diesen Sprint? Danach folgen wie gewohnt das “What” und “How”.

Alles in Allem ist der Scrum Guide nun neutraler gehalten und richtet sich nicht mehr nur an Softwareentwicklung, sondern an alle Teams, die komplexe Probleme lösen. Zudem wurde die Sprache einfacher und klarer und der Scrum Guide noch kürzer (neu 13 Seiten statt bisher 19).
 

Weshalb ist der Scrum Guide so zentral?

Scrum ist der weltweite de-facto Standard agiler Vorgehensweisen und ermöglicht in tausenden von Teams und Unternehmen Agilität. Der Scrum Guide beschreibt dabei die Spielregeln: Wie können wir als Team komplexe Probleme lösen?
Im Unterschied zu bspw. SAFe ist die Intention im Scrum Guide “Reduce to the max”: Was ist das kleinstmögliche Set von Regeln das es braucht, um dieses “Spiel” zu spielen? Ähnlich den Spielregeln für Schach sind auch im Scrum Guide somit keine konkreten Praktiken, Taktiken oder Strategien beschrieben: Die Anwendung der Regeln und Ausgestaltung des Spiels ist von Team zu Team und von Unternehmen zu Unternehmen anders (man könnte auch sagen: komplex).
Die Regeln von Scrum haben sich jedoch tausendfach bewährt. Vieles was jetzt explizit im Scrum Guide ausformuliert wurde, war bisher schon in guten Scrum Teams zu beobachten.

Eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Scrum Guide lohnt sich für die meisten Teams. Es wäre etwas vermessen, sich über dieses bewährte Regelwerk hinwegzusetzen in der Annahme, man wisse es besser und müsse sich deshalb nicht an gewisse (wenige!) Regeln halten. Viel mehr würde das Risiko, dass Probleme kaschiert werden, signifikant steigen.
Über den Autor: Ari Byland ist passionierter Professional Scrum Trainer (PST) bei Scrum.org und Enterprise Agile Coach bei einem Schweizer Softwareunternehmen. Aus seinen aktuellen und früheren Tätigkeiten als Product Manager, Agile Coach, Entwicklungsleiter und Softwareentwickler kennt er nicht nur die Schwierigkeiten von Entwicklungsteams und Scrum Master, sondern auch jene des Product Owners, aus eigener Erfahrung.
Ari Byland ist Professional Scrum Trainer und SAFe Program Consultant und verfügt über einen Master in Digital Business der Hochschule für Wirtschaft in Zürich.

Schlagworte: Scrum, Agiles Projektmanagement, News

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