Kommunikationsplan im Projektmanagement: Warum er unverzichtbar ist

Kommunikation ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines Projekts. Viele Projekte scheitern auch daran, dass Informationen nicht ankommen oder falsch verstanden werden. Fehlt es an klarer und richtiger Kommunikation, kommt es häufig zu Verzögerungen, Missverständnissen und in Konsequenz zu erhöhten Kosten. Ein gut strukturierter Kommunikationsplan fördert Transparenz, Vertrauen und Produktivität, erleichtert den Informationsaustausch wesentlich und ist daher für ein erfolgreiches Projekt unverzichtbar.
Sechs Personen sitzen an einem Tisch in einem modernen Büro und arbeiten gemeinsam an Dokumenten und Laptops.

Inhalt

Definition und Nutzen

Ein Kommunikationsplan ist ein schriftlicher Leitfaden, der festlegt, wie, wann und über welchen Kanal relevante Informationen an die Projektbeteiligten weitergegeben werden. Die Wahl und Definition der Kommunikationskanäle ist wichtig, damit alle Teammitglieder wissen, wo sie relevante Informationen finden und wie häufig bestimmte Inhalte geteilt werden. Dadurch wird der Informationsaustausch geregelt und Klarheit sowie Transparenz bezüglich der Empfänger und Inhalte geschaffen. Erwartungsmanagement und Vertrauen werden gestärkt, während Missverständnisse, Doppelarbeit und Verzögerungen reduziert werden, da geregelt ist, wo Informationen und der Aufgabenstatus zu finden sind– selbst wenn Kollegen zum Beispiel im Urlaub oder in einem Meeting sind. Die Zusammenarbeit wird erleichtert, wodurch Produktivität und Motivation im Team steigen und die Zufriedenheit der Stakeholder verbessert wird.

Erstellungsschritte

Für die Erstellung eines Kommunikationsplans werden zunächst die Ziele und der Zweck definiert. Die Ziele sollten dabei idealerweise SMART formuliert werden, sodass jeder Stakeholder die Relevanz des Ziels erkennt. Durch die Definition des Zwecks wird sichergestellt, dass beispielsweise Feedback oder ein regelmäßiger Austausch über den Projektfortschritt gewünscht ist. Anschließend werden Kommunikationsinhalte und Botschaften festgelegt. Damit ist gemeint, welche Themen kommuniziert werden müssen: Benötigt der Projektmanager einen Statusbericht? Muss ein Teammitglied über den Fortschritt oder ein Stakeholder über eine wichtige Entscheidung informiert werden? Diese Inhalte werden zu Beginn des Projekts bestimmt, damit sie während des Projekts regelmäßig kommuniziert werden. Anschließend werden die Stakeholder identifiziert und ihre Informationsbedürfnisse analysiert, da nicht alle Stakeholder über alle Informationen verfügen müssen und die Häufigkeit der Kommunikation je nach Rolle variiert. Stakeholder sind wichtig für den Erfolg des Projekts, da sie es entweder unterstützen oder auch torpedieren können. Deswegen sollte man – zum Beispiel mithilfe einer Stakeholderanalyse – die Wichtigkeit der Stakeholder bestimmen, um festzulegen, wie häufig und über welche Kanäle mit ihnen kommuniziert wird. Wenn jemand besonders großen Einfluss auf das Projekt hat, kann man diesen Stakeholder zu entsprechenden Meetings einladen; wenn er nur informiert werden muss, reichen E-Mails in bestimmten Abständen. Auch die Verantwortlichkeiten im Kommunikationsprozess müssen geklärt werden, sodass klar ist, wer Informationen sendet oder empfängt. Im Projektmanagement stehen verschiedene Kommunikationsmethoden und -kanäle zur Verfügung. Die Wahl der Methode bzw. des Kanals beeinflusst maßgeblich den Informationsfluss und die Zusammenarbeit. Persönliche Kommunikation ist ideal, wenn schnelle Abstimmungen erforderlich sind und ein direktes Treffen die effizienteste Lösung darstellt. Sollen jedoch mehrere Personen eingebunden werden, sind Gruppentreffen wie Meetings oder Workshops sinnvoll, etwa bei der gemeinsamen Entwicklung neuer Ideen oder für Präsentationen zum Projektfortschritt. Insbesondere für den komplexen Informationsaustausch ist das Gruppengespräch von Vorteil. Arbeitet das Team remote oder verteilt, sind digitale Tools unverzichtbar. Für die Kommunikation mit externen Stakeholdern empfiehlt sich der Versand von Informationen per E-Mail. Insbesondere wenn mehrere externe Partner identische Informationen erhalten sollen, kann mithilfe der Blindkopie-Funktion eine große Gruppe effizient erreicht werden. So wird sichergestellt, dass alle relevanten Beteiligten umfassend und zeitsparend informiert sind. Die Häufigkeit und die regelmäßigen Termine, etwa für Updates und Meetings, werden ebenfalls festgelegt. Der Kommunikationsplan sollte laufend überprüft und angepasst werden, insbesondere bei Änderungen im Projektverlauf.

Werkzeuge und Methoden

Um den Kommunikationsplan gut planen und umsetzen zu können, stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung.
Die RACI-Matrix ist eine Technik zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten im Projektmanagement. Sie unterscheidet zwischen Personen, die für die Durchführung verantwortlich sind (Responsible), die die Gesamtverantwortung tragen (Accountable), die als Berater hinzugezogen werden (Consulted) oder lediglich informiert werden müssen (Informed). Insbesondere bei der Definition von Kommunikationswegen hilft die RACI-Matrix dabei, festzulegen, wer für die Weitergabe bestimmter Informationen zuständig ist und wer in Entscheidungsprozesse eingebunden werden sollte.
Moderne Projektmanagement- und Kollaborationstools wie MS Teams und Slack bieten zahlreiche Möglichkeiten, einen Kommunikationsplan effizient umzusetzen. Mithilfe von Instant-Messengern kann direkt zu zweit und in Gruppen kommuniziert werden. Zusätzlich ermöglichen diese Werkzeuge Telefonate und Videokonferenzen, sodass auch in verteilten Teams komplexe Abstimmungen und Präsentationen problemlos umgesetzt werden können. Erinnerungsfunktionen helfen dabei, Kommunikationslücken zu vermeiden und wichtige Termine nicht zu verpassen, insbesondere wenn Mitarbeitende zeitweise nicht erreichbar sind. Zudem können auch Newsletter hilfreich sein. Diese können individuell angepasst und per E-Mail gezielt an verschiedene Stakeholder verteilt werden, um die wichtigsten Themen transparent und aktuell zu verbreiten.

Fazit

Ein Kommunikationsplan ist ein zentraler Erfolgsfaktor im Projektmanagement und mehr als nur eine formale Pflicht. Er stellt sicher, dass Informationen zuverlässig fließen, Verantwortlichkeiten klar definiert sind und alle Beteiligten entsprechend ihrer Bedürfnisse stets über den aktuellen Stand informiert sind. Damit dieser Nutzen langfristig bestehen bleibt, muss der Kommunikationsplan regelmäßig überprüft und flexibel an neue Anforderungen oder Projektveränderungen angepasst werden. Gerade in komplexen, bereichsübergreifenden oder internationalen Projekten trägt ein gut strukturierter Kommunikationsplan entscheidend dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden, Transparenz zu schaffen und die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.

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Autor: IAPM intern
Schlagworte: Projektmanagement, Kommunikation

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