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Gute Lösungen durch Design Sprints

Martina Steinröder hat sich auf der Webseite Buchreport.de Gedanken zum Innovationsmanagement gemacht. Ihr Artikel befasst sich mit Design Sprints und wie man mithilfe dieser Design Sprints schnell zu innovativen Lösungen gelangen kann. Google hat die Methode der Design Sprints entwickelt, welche mittlerweile von Medienfirmen und Verlagen eingesetzt wird, um innerhalb einer Arbeitswoche mit sieben Teammitgliedern zu einem innovativen Ergebnis zu gelangen. Martina Steinröder hat zum Thema bereits Seminare und auch ein Webinar gehalten. Außerdem erklärt sie auf Buchreport.de im Rahmen eines Interviews, wie sie über Design Sprints denkt und welche Tipps sie hat. Im Folgenden fassen wir ihren Artikel für Sie zusammen.
Sieben Tage, sieben Menschen – ein innovatives Ergebnis. Wie erreicht man das mittels Design Sprints?
Sieben Tage, sieben Menschen – ein innovatives Ergebnis. Wie erreicht man das mittels Design Sprints?

Design Sprints - wann, wozu und für wen?

Wer braucht Design Sprints und warum? Dazu lohnt es sich, erst einmal zu klären, was ein Design Sprint überhaupt ist. Schließlich handelt es sich dabei um etwas branchenspezifisches. Klassisch betrachtet ist ein Design Sprint eine strukturierte Methode, mit der ein Team innerhalb von fünf Werktagen eine vorher genau definierte Fragestellung beantworten und bearbeiten sowie eine kreative innovative Lösung dafür erstellen kann. Es geht dabei um sehr konkrete Fragestellungen und auch sehr konkrete Lösungen. Diese Design Sprints sind hauptsächlich in der Produktentwicklung beheimatet. Sie haben sich in der Neuentwicklung von Plattformen, Apps und Programmen etabliert, aber auch bei deren Relaunch. Digitale Angebote eignen sich ebenso wie Zeitschriften, Bücher oder Buchreihen und neue Marketinglösungen. Wenn es jedoch keine konkrete Fragestellung gibt oder es sehr schwerfällt, die anstehende Aufgabe in eine konkrete Fragestellung zu fassen, eignet sich die Methode der Design Sprints nicht. Auch im Rahmen der Strategieentwicklung sind Design Sprints eher nicht zu sehen.

Wie setzt sich das Team zusammen?

Martina Steinröder betont, dass die Zusammensetzung des Teams entscheidend für den Erfolg ist. Sie ist davon überzeugt, dass ein Team von etwa sieben Personen die perfekte Größe hat. Ein ideales Team sollte heterogen und so vielseitig wie möglich sein. Am besten sind Fachleute aus Marketing und Vertrieb, der Entwicklungsabteilung und dem Zielgruppenmanagement dabei und unterstützen den Product Owner oder den Produktmanager in seiner Arbeit. Dem Team müssen außerdem ein oder zwei Personen angehören, die Entscheidungen treffen können. Das verringert die Abstimmungszeiten enorm und sorgt für eine beschleunigte Bearbeitung sowie für bessere Erfolgschancen. Wichtig ist ebenfalls, dass die Teammitglieder den Kunden und seine Bedürfnisse kennen. Je besser sie mit den Wünschen und dem Geschäft des Kunden vertraut sind, umso zielführender kann gearbeitet werden. Zusätzlich können dem Team jeweils auch temporär verschiedene Experten zur Seite gestellt werden. Diese begleiten dann einzelne Etappen der Design Sprints, aber nicht den gesamten Sprint.

Aufbau von Design Sprints

Die Vorbereitung eines jeden Design Sprints muss sorgfältig erfolgen. Schließlich dauert der Sprint nur fünf Tage. Von Montag bis Freitag sind alle Mitglieder des Sprintteams beschäftigt und werden keine Zeit haben, um noch einmal darüber nachzudenken, ob man das eine oder andere nicht doch anders machen sollte. Für jeden einzelnen der fünf Tage wird im Vorfeld ein Plan aufgestellt, um festzulegen, was wann durch wen geschehen muss und wie viel Zeit dafür bleibt. In einem Verlag oder Medienhaus sind Design Sprints die ideale Methode, um schnell beste Ergebnisse zu erzielen. Allerdings müssen sowohl die Anforderungen als auch die Ziele vorab genauestens definiert werden. Frau Steinröder kennt auch Design Sprints, die auf zwei Tage verkürzt sind. Dabei werden die Aufgaben, die ansonsten in fünf Tagen schon komprimiert von Statten gehen auf nur zwei Tage zusammengeschrumpft. Sie ist davon überzeugt, dass die verkürzten Sprints noch effizienter auf konkrete Fragestellungen antworten können. Diese Lösung der Zweitagessprints ist ideal für alle, die im Tagesgeschäft eines Verlags eingebunden sind und es sich nicht erlauben können, eine ganze Woche ihren Fokus auf ein einziges Thema zu legen. Verglichen mit dem klassischen Fünftagessprint finden beim Zweitagessprint in der Regel die Aktivitäten statt, die am zweiten und dritten Tag des fünftägigen Sprints stattfinden. Die Organisation kann wie bei einem Workshop erfolgen. Frau Steinröder rät dazu, im Anschluss an einen verkürzten Design Sprint etwa zwei oder vier Wochen später einen oder zwei Tage für das Prototyping und das Testen einzuplanen. In dieser Etappe wird der Kunde eng eingebunden. Dies optimiert die Ergebnisse des Sprints.

Fehlervermeidung bei Design Sprints

Im letzten Abschnitt ihres Artikels geht Martina Steinröder auf mögliche Fehler ein, die oft beim Organisieren und Durchführen von Design Sprints auftreten. Die Vorbereitung ist essenziell. Wer sich nicht ausreichend und umfassend vorbereitet hat, sagt seinen Design Sprint besser ab. Vorliegen müssen alle unerlässlichen Informationen wie die Bedürfnisse des Kunden, die Situation auf dem Markt, die Lage der Wettbewerber und einiges Weitere. Am wichtigsten ist es, dass die Frage, die in dem Sprint bearbeitet werden soll, klar umrissen und eindeutig formuliert ist. Ein Fehler kann auch in der Zusammenstellung des Teams unterlaufen. Mindestens einer im Team sollte Erfahrung mit Design Sprints haben oder zumindest ein wirklich talentierter Moderator sein. Auf diese Weise kann vermieden werden, dass während des Sprints zu viel diskutiert und zu wenig gearbeitet wird.
Autor: IAPM intern

Schlagworte: Agiles Projektmanagement, Projektstrukturierung, Workflow, Innovationsmanagement
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