IAPM International Association of Project Managers

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PM-Trainerin Sandra Goll über ihre Trainingspartnerschaft mit der IAPM

PM-Trainerin Sandra Goll über ihre Trainingspartnerschaft mit der IAPM 04.12.2013 - Ich darf Ihnen zunächst herzlich zu Ihrem neuen Titel bei der IAPM gratulieren.

Sandra Goll: Danke! Aber zum Gratulieren ist es mittlerweile eigentlich ein wenig spät. Es war schon im Juli 2013, als mich die IAPM zur offiziellen Trainingspartnerin ernannt hat. Für mich war dies ein wichtiger Schritt. Ich habe in der Schweiz und international noch viel vor – und da wird mir meine neue Funktion bei der IAPM sicher effizient weiterhelfen. Vor allem bei meinen Seminaren für Projektmanager. Als offizielle Trainingspartnerin stellt mir die IAPM sämtliche Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, die ich benötige, um Schulungen erfolgreich durchführen zu können. Das hat mir ungemein geholfen. Ich musste mein Seminar didaktisch nicht von Grund auf selbst aufbauen, sondern konnte auf Bewährtes zurückgreifen, das schon vielen Projektmanagern die Weiterbildung erleichtert hat. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass die Teilnehmer in den Trainings nicht nur theoretisches Wissen vermittelt bekommen, sondern auch aktiv ihre echte Projektarbeit in der Gruppe widerspiegeln können. Jeder Teilnehmer soll spüren, dass er durch das Trainingsseminar auf eine individuelle Weise unter Berücksichtigung der PM-Methodik optimal vorbereitet wird. Das gelingt mit den Werkzeugen der IAPM sehr hervorragend.


Bevor Sie sich für die Trainingspartnerschaft entschieden haben, sind Sie bei der IAPM bereits als „Senior Official“ aktiv geworden. In dieser Funktion haben Sie die Moderation der XING-Gruppe der IAPM übernommen und das IAPM-Netzwerk der Schweiz gegründet. Wie wichtig ist es für einen Coach, sich einen Verband vorab intensiv auch von innen anzusehen?

Sandra Goll: In meinem Beruf ist die Wahl des richtigen Verbandes von erheblicher Tragweite. Durch meine Tätigkeit als Senior Official konnte ich herausfinden, ob sich die IAPM im persönlichen Umgang für mich richtig anfühlt, wie man dort auf meine Art reagiert mit den Dingen umzugehen und ob wir wirklich gut miteinander können. Ich wollte mich zum Beispiel ganz praktisch davon überzeugen, dass man dort nicht nur auf dem Papier großen Wert auf Soft Skills legt. Der Aufbau der IAPM-Communities hatte von Anfang das Ziel, für einen Mentalitätswechsel bei Projektmanagern zu sorgen. Plattformen, auf denen sich Projektmanager vernetzen und austauschen, beleben den Gedanken, dass Kooperation jedem einzelnen mehr nutzt als Konkurrenz.


Was war das wichtigste Kriterium für die IAPM als Partner? Wodurch sticht die IAPM für Sie am klarsten hervor?

Sandra Goll: Für mich ganz wichtig war der Fairness-Gedanke. Die IAPM ist der einzige Verband, der Projektmanager nicht dazu zwingt, ihr Zertifikat nach einer gewissen Anzahl von Jahren kostenpflichtig zu erneuern. Bei der IAPM gilt ein Zertifikat lebenslang – und es gibt keine Folgekosten. Auf eine andere Art fair wiederum ist die Staffelung der Gebühr, die die IAPM für eine Zertifizierung erhebt. Sie richtet sich nach der Staatsangehörigkeit. Ein Projektmanager aus Kenia etwa muss wesentlich weniger als ein Brite bezahlen. Für mich ein schönes Beispiel von sinnvoller Entwicklungshilfe. Die IAPM ist so flexibel, dass diese nationale Besonderheit berücksichtigt wird. Es gibt aber noch viele weitere Kriterien, die für die IAPM sprechen. Zertifikanten werden auf dem Laufenden gehalten. Die IAPM bietet Plattformen zur Vernetzung und sie betreibt viel Öffentlichkeitsarbeit. Die Zertifizierung läuft anonym ab, also personenneutral. Die Vermittlung von Fachwissen und die Unterstützung bei Karriereplanung und im Tagesgeschäft sind exzellent.


Waren das Portfolio der Zertifikate – zwei Grade für klassisches Projektmanagement, zwei für agiles und einer für internationale Kompetenz und für Trainer – sowie die Qualität und inhaltliche Ausrichtung der dazugehörigen Wissens-Guides ausschlaggebend?

Sandra Goll: Ein exzellentes Portfolio, das alle aktuellen Herausforderungen des Projektmanagements abdeckt, ist natürlich Grundvoraussetzung, damit eine Zertifizierung zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und zum Karrieresprungbrett für Mitarbeiter werden kann. Ich wäre nicht offizielle Trainingspartnerin der IAPM geworden, wenn mich dieser Verband nicht auch hier überzeugt hätte. Als ein Beispiel, an dem jeder das hohe Niveau der IAPM nachvollziehen kann, möchte ich die Standardisierung von Begriffen und Methoden durch den PM Guide 2.0 und den Agile PM Guide 2.0 nennen. Beide Guides kann man kostenlos von iapm.net downloaden. Diese Standardisierung ist Voraussetzung, damit sich Projektmanager weltweit über alle Sprachbarrieren hinweg austauschen können. Sie verhindert – salopp formuliert –, dass Projektmanager A unter „Riegel“ ein Stück Schokolade versteht und Projektmanager B einen Schließmechanismus für eine Tür.


Bei der IAPM gibt es zwei Besonderheiten, von denen viele meinen, sie würden Coaches und PM-Berater eher von einer Partnerschaft abhalten. Die erste haben Sie bereits angesprochen: Die IAPM ist der einzige Verband, der keine Re-Zertifizierung verlangt. Hier gelten die Zertifikate, wie Schulabschlüsse, ein Leben lang. Wie kommt es, dass Sie gerade deshalb von der IAPM überzeugt sind? Ihnen wird dadurch ja die Chance auf Rezertifizierungs-Trainings und entsprechende Einkünfte genommen!

Sandra Goll: Rezertifizierungen gehören meiner Erfahrung nach wahrlich nicht zu jenen Coachings, zu denen die Teilnehmer große Begeisterung mitbringen. Das entspricht nicht meiner Philosophie als PM-Beraterin. Ich will Projektmanagern und Unternehmen eine echte Win-Win-Situation anbieten, bei der die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Auch sehe ich mich ebenso wenig wie die IAPM in der Rolle einer Kontrollinstanz, die überprüft, ob sich ein Projektmanager brav über aktuelle Trends und Entwicklungen auf dem Laufenden hält. Als Trainer bin ich Partner – und keine Aufsicht. So etwas passt einfach nicht zu einem Beruf, der ein hohes Maß an Eigenständigkeit verlangt. Die IAPM fördert das zentrale Soft Skill der Eigenverantwortung durch soziale Netzwerke und viele Veranstaltungen, zu denen alle Zertifikanten, aber natürlich auch alle anderen Projektmanager herzlich eingeladen werden. Dieses Konzept, die permanente Aktualisierung des Wissensstandes zu fördern, ist zeitgemäß und überzeugt Projektmanager ebenso wie Entscheider in Unternehmen.


Die zweite Besonderheit der IAPM ist die Abkopplung der Prüfung vom Training. Jeder Zertifikant kann die Prüfung zu Hause am eigenen PC absolvieren – und den Zeitpunkt selbst bestimmen. Ein weiterer Vorteil? Oder ein Aspekt, den Sie in Kauf genommen haben?

Sandra Goll: Lassen Sie mich zwei Stichworte nennen – Personenneutralität und Selbstverantwortung –, um die Vorteile dieser innovativen Form der Prüfung zu beschreiben. Personenneutralität meint, dass ich als Trainer keinerlei Möglichkeit habe, das Ergebnis meiner Zertifikanten zu beeinflussen. Denn ich bin bei der Prüfung nicht anwesend. Das Online-Prüfungsverfahren der IAPM schließt auch durch weitere Faktoren faktisch aus, dass man mir als Trainerin unterstellen kann, ich hätte bestimmten oder sogar allen Personen aus meinem Seminar bei der Prüfung geholfen – zum Beispiel aus dem Motiv heraus, mit einer perfekten Erfolgsquote zu glänzen. Unternehmen, die mich mit der Qualifizierung ihrer Projektmanager beauftragen, haben die Sicherheit, dass ich ganz real ein hohes Niveau an Kompetenz vermittle. Wir sind also erneut bei Fairness, Nachhaltigkeit und echtem Win-Win. Dass der Zertifikant selbst entscheidet, wann er die Prüfung ablegt, unterstreicht erneut das Konzept der Eigenverantwortung. In der Regel sind die Zertifikanten sehr motiviert, ihre Zertifizierung schnell und mit guten Ergebnissen abzuschließen, da sie sich positiv auf die Karriere auswirkt – und meist auch auf das Jahresgehalt. Die Vorstellung, eine Prüfung ohne Aufsicht zu Hause am PC würde Schummelei ermöglichen, ist übrigens völlig abseitig. Jeder, der die Prüfung abgelegt hat, wird das bestätigen.


Inwieweit war für Sie die Jugend der IAPM mit entscheidend? Der David unter den Verbänden trat erst vor rund drei Jahren mit seiner Zertifizierung an das Licht der Öffentlichkeit. Entsprechend groß sind die Gestaltungsräume, die dort auf ganz unterschiedlichen Ebenen geboten werden.

Sandra Goll: Ganz so jung ist die IAPM nicht mehr. Sie begann 1997 als loser Zusammenschluss internationaler Projektmanager. 2010 hat sie einen Relaunch durchgeführt. Dies hat mich beeindruckt, da die Unterlagen komplett überarbeitet und an die Bedürfnisse und den realen Alltag des modernen Projektmanagers angepasst wurden. 2012 wurden dann erstmals zwei Awards verliehen und in diesem Jahr erschien der Agile PM-Guide 2.0, eine Richtlinie für die Zertifizierung im agilen Projektumfeld, und der Guide zum Internationalen Projektmanager. Meinem Eindruck nach sind die Gestaltungsräume für Trainer nicht wegen der Jugend der IAPM so hoch. Der Grund ist vielmehr das Ziel der IAPM, Projektmanager intensiv zu vernetzen und ihnen langfristige und hochkarätige Plattformen zu bieten. Als Initiatorin des Schweizer Netzwerks wurden mir hierfür alle Freiheiten eingeräumt, die ich mir gewünscht habe, und gleichzeitig breite Unterstützung gewährt.


Speziell unter jungen Projektmanagern, die bereits mit dem Segen der Internet-Communties groß geworden sind, greift die Meinung um sich, dass Verbände überflüssig sind. PM-Camps, bei denen sich die Teilnehmer ungezwungen austauschen, gelten ihnen als effizienter. Was entgegnen Sie auf diesen Trend?

Sandra Goll: Ich erlebe diesen Trend unterschiedlich. Junge Menschen, die ihre Ziele im Leben haben, sind heutzutage sehr wissbegierig. Die Ausbildungszeiten haben sich verkürzt und die Menge des Stoffes nimmt stetig zu. Viele Ausbildungsstätten wie IHK, Akademien, Hochschulen und Universitäten bieten Projektmanagementkurse an. Wenn Berufseinsteiger starten, verfügen sie bereits über Kenntnisse und Fähigkeiten, wie sie das Wissen sondieren können, um ihre Ziele effizient zu erreichen. Dabei helfen natürlich auch Online-Communities, die zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen. Sobald ein Verband frisch und modern auftritt, ist eine Renaissance zu verzeichnen. Der Verband unterstützt dabei seine Interessengruppe und durch das Internet besteht die Möglichkeit, Netzwerke auch ohne große Kosten aufzubauen und ein Forum für Öffentlichkeit zu schaffen, das durch Netzwerktreffen angereichert werden kann. Dagegen sind PM-Camps sogenannte „Unkonferenzen“, die sich in bewusster Abwendung von traditionellen Organisationsformen ohne zuvor festgelegtes Thema und ohne Trennung zwischen Publikum und Vortragenden entwickeln. Die Idee geht auf eine Beobachtung von Tim O'Reilly im Jahr 2003 zurück. Er hat festgestellt, dass bei klassischen Konferenzen die Kaffeepausen die mit Abstand produktivsten Phasen darstellen – und so rief er im Jahr 2005 die erste Unkonferenz ins Leben. Selbst habe ich auch schon an Unkonferenzen in der Schweiz teilgenommen und ich kann bestätigen, dass bei kreativen Prozessen für alle Teilnehmer WOW-Momente entstanden sind.


Wird die offizielle Trainingspartnerschaft die Planung und Ausrichtung Ihrer Netzwerk-Treffen verändern? Ich darf Ihnen hier nebenbei zum zweiten Mal gratulieren! Ihre Veranstaltung im Oktober war ein Erfolg! Sie haben den Teilnehmern ein echtes Erlebnis ermöglicht: eine Besichtigung der größten innerstädtische Baustelle der Schweiz.

Sandra Goll: Thema unseres Netzwerktreffens war die Durchmesslinie. Diese unterirdische Trasse wird die Bahnhöfe Altstetten, Zürich Hauptbahnhof und Oerlikon verbinden und bringt für den Züricher Hauptbahnhof die nötige Entlastung und weitere Fahrplanstabilität in der ganzen Schweiz. Wir haben uns sozusagen extrem anschaulich mit diesem Großprojekt beschäftigen können. Es war ein sehr informativer Abend, der das Miteinander von Projektmanagern aus der Schweiz stärken konnte. Ideen und Planungen für das nächste Netzwerktreffen gibt es bereits. Als offizieller Trainingspartner der IAPM ist es mir ein großes Anliegen, diese Plattform weiter auszubauen und zu intensivieren, damit wir noch mehr zusammen wachsen. Die Gemeinschaft der IAPM-Zertifikanten wächst ständig. Schon deshalb sehe ich den organisierten Austausch als eine wichtige Säule innerhalb meiner Tätigkeiten. Die Begeisterung, die bei unserem Netzwerktreffen im Oktober zu spüren war, hat mir gezeigt, dass der damit verbundene Aufwand Früchte trägt.


Zur Person:

Sandra Goll verfügt als ausgebildete Diplom-Betriebswirtin über 10 Jahre Erfahrungen im Business Consulting sowie im Projektmanagement bei der Durchführung von hochkomplexen Projekten und Programmen in verschiedenen Konzernen im In- und Ausland. Als IAPM- und IPMA-zertifizierte Senior Projektmanagerin hat sie erfolgreich technische und strategische Projekte in verschiedenen Branchen wie z. B. in der Telekommunikation, Energiewirtschaft, Logistik und Financial Services/Banken u. a. nach der Scrum-Methodik durchgeführt. Bekannt wurde insbesondere ihre Leistung als Project Office Managerin im Projekt „Hermes – Technical Delivery“, das im Jahr 2005 den deutschen Projektmanagement-Award der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) verliehen bekam. Heute ist Sandra Goll als selbstständige Beraterin aktiv und ein Schwerpunkt ihrer PM-Tätigkeit ist das Durchführen von Projektmanagement-Trainings und -Coachings. Als IAPM Senior Official der Metropolregion Zürich konzentriert sie sich auf die Durchführung von Veranstaltungen der IAPM in Zürich und Umgebung und moderiert die XING-Gruppe der IAPM.


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