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Managen von BIM-Projekten aller Größen

Managen von BIM-Projekten aller Größen 30.01.2020 - In der Baubranche sprechen alle Manager nur noch von BIM (Building Information Management). Es scheint mittlerweile klar geworden zu sein, dass man sich mit dieser neuen Planungsmethode befassen sollte. Manch einer ist vielleicht noch skeptisch und hat gewisse Berührungsängste, aber das wird zunehmend weniger. Die meisten Unternehmen fragen sich zunächst, ob sich BIM überhaupt lohnt und wenn ja, ab welcher Bausumme und ab welcher Firmengröße. Ist dann die Entscheidung für BIM gefallen (sei es aus Überzeugung oder einfach nur, weil alle es tun und man sonst vom Markt abgehängt wird), kommen viele Fragen auf die Verantwortlichen zu: Welche Software brauchen wir und was kostet uns die Schulung unseres Personals? Wird die Umstellung lange dauern? Weiter steht natürlich die Frage im Raum, ob Building Information Management das Berufsbild des Planers vollständig verändern wird.
 

BIM lohnt sich

Bis auf die Frage, ob sich der Umstieg auf BIM lohnt, müssen all diese Fragen je nach Projekt bzw. Unternehmen individuell beantwortet werden. Jede Firma muss für sich entschieden, wie die neue Planungsmethode am besten implementiert wird. Alle, die Ihnen BIM in erster Linie als neue Software verkaufen möchten, haben die Tragweite dieses Modells nicht verstanden, denn BIM ist viel mehr als das. Richtig ist, es gibt Software, die BIM ermöglicht. Und natürlich benötigen Sie eine Software, die BIM-fähig ist. Aber BIM an sich ist eine vollkommen neue Methode, Projekte zu planen.

Um BIM einzuführen, muss eine Software gefunden werden, die parametrisierte 3D-Objekte erstellen und bearbeiten kann. Zudem muss die Software Schnittstellen haben, die den Datentransfer ermöglichen. Die Anschaffung von Software ist aber nur der erste Schritt in Richtung BIM. Der größte Teil der Umstellung muss direkt im Management erfolgen, nicht in der IT. Das BIM-Modell ist für das Management die komplette Datenbasis für das Projekt. Alles, was mit dem Bau und der Immobilie direkt zu tun hat, wird im BIM erfasst oder kann zumindest erfasst werden. BIM soll eine holistische Planung ermöglichen, also eine Planung, in der alles an einer Stelle – in der BIM-Datenbank – zentralisiert und kombiniert wird. Vom ersten Entwurf über die eigentliche Bauphase bis hin zum Facility Management und dem Recycling des Bauwerks ist alles erfasst. Damit das alles auch funktioniert, ist der Aufwand bei BIM-Projekten anders gelagert als bei herkömmlich geplanten Bauprojekten. Während bei einem normalen Bauprojekt viele Entscheidungen in späteren Phasen getroffen werden, muss bei einem BIM-Projekt eigentlich fast alles bereits in der Planungsphase vorliegen. Noch bevor die Ausschreibungen überhaupt vorbereitet werden, muss im Grunde feststehen, welches System, welches Material, welche Beläge verwendet werden. Unheimlich viel Zeit wird darauf verwendet, alle Informationen in das 3D-Modell zu integrieren. Das macht viele Neulinge auf dem Gebiet erst einmal nervös. Aber in den späteren Phasen spart man diese Zeit ein und gewinnt zudem noch Zeit dazu, da weniger Überraschungen auftreten. BIM schützt niemanden vor Stress oder Aufwand durch Änderungen. Aber durch das Einpflegen von Informationen in das 3D-Modell werden viele Fehler früh erkannt und können daher auch früh vermieden werden. Alle Interaktionen zwischen den einzelnen Gewerken können durch BIM erfasst und gemanagt werden. Effizientes Kollisionsmanagement wird das genannt. Und dieser Begriff trifft es recht gut, denn Kosten aufgrund von Fehlplanungen werden durch BIM auf ein Minimum reduziert.

 
Risiken minimieren durch frühe Daten

Der Aufbau und die Pflege des BIM-Modells sind zwar sehr zeitintensiv, sparen aber am Ende Zeit ein, der Aufwand verschiebt sich nur an den Anfang des Projekts. Die Phase der Ausschreibungen verkürzt sich, weil Daten aus dem BIM hierfür direkt verwendet werden können, wodurch auch eine bessere Vergleichbarkeit von Angeboten möglich ist. Auch Kalkulationen gehen hierdurch schneller. Das Planning aufzustellen wird durch die Fülle an Daten erleichtert. Alle Informationen, die für Bestellungen und Herstellung notwendig sind, kommen aus dem BIM, wo selbst die Details und die Montageabläufe schon simuliert wurden. Jeder, der in der Reihe der Bauplanung eine Aufgabe übernimmt, egal ob Architekt, Projektmanager, Generalplaner oder gar Facility Manager, kann sich zum BIM-Manager weiterbilden. Der BIM-Manager erfasst alle Informationen, so dass alle immer darauf zugreifen können. Dem BIM-Manager kommt auch die Aufgabe zu, darüber zu wachen, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Diese werden zu Beginn eines Projektes im Idealfall gemeinsam definiert, so dass stets kompatible Informationen ins BIM eingespeist und wieder abgerufen werden. Man kann sowohl mit herstellerspezifischen als auch mit allgemeinen Angaben arbeiten, je nachdem, wie das Projekt geartet ist und ob es sich um ein Projekt mit einer öffentlichen Ausschreibung handelt.
 

Transparenter und reibungsloser Ablauf

Das BIM-Modell wird von allen Beteiligten parallel und gleichzeitig genutzt. Niemand kann im stillen Kämmerlein an etwas arbeiten, alles ist immer transparent. So werden Fehler wegen veralteter Pläne ausgeschlossen. Doch diese Kollaboration in Echtzeit bringt auch Herausforderungen mit sich. Alle müssen sich auf das BIM einlassen, niemand sollte außen vor bleiben. Pläne für die Genehmigungen zum Beispiel lassen sich einfach aus dem BIM ableiten, in dem bereits alle relevanten Informationen enthalten sind. Jeder hat immer Zugriff auf das Projekt in Echtzeit. Niemand muss mehr auf die Übergabe von Plänen warten. BIM bringt ein Team näher zusammen und erfordert Flexibilität, Umdenken und die Bereitschaft, sich auf ein neues Planen einzulassen. Fest steht, dass es die Zukunft der Baubranche ist, niemand kann es mehr ignorieren.

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