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Agile Methoden – aber bitte konsequent umsetzen!

Agile Methoden – aber bitte konsequent umsetzen! 02.12.2019 - Ute Wolter macht sich auf der Plattform Personalwirtschaft.de Gedanken zum Thema Digitalisierung und darüber, wie agile Methoden eingesetzt und umgesetzt werden. Im folgenden Fassen wir ihren Artikel für Sie zusammen. Frau Wolters Meinung nach erfolgt die Umsetzung noch immer weitestgehend nicht konsequent genug. Zunächst stellt sie fest, dass etwa 90% aller Großunternehmen in Deutschland bereits agile Methoden anwenden. Jahr um Jahr investieren die deutschen Firmen mehr Geld in neue digitale Technik und kaufen sich entsprechende Software. Vor allem Firmen, die digitale Lösungen entwickeln, bedienen sich bspw. der Techniken von Scrum oder Kanban schon seit vielen Jahren. Ute Wolter weist jedoch darauf hin, das aktuelle Studien belegen, dass diese Unternehmen, die sich mit agilen Methoden beschäftigen und sie einsetzen, noch meilenweit von einer tatsächlichen agilen Organisation entfernt sind. Was hat es mit agilen Organisationsstrukturen auf sich und warum ist Deutschland hier noch so wenig entwickelt?

 
Verbreitung agiler Methoden in deutschen Großunternehmen

Agile Methoden sind in deutschen Großunternehmen längst kein fremder Begriff mehr. 92% der Großkonzerne und -unternehmen nutzen Modelle wie Scrum oder DevOps. Vor allem dort, wo der Softwareanteil hoch ist, wo der Bezug zum Kunden direkt gegeben ist und die Entwickler in direktem Kontakt zum User stehen, nutzen Firmen agile Methoden. Das geschieht vor allem in Bereichen wie die Entwicklung von Apps und Webportalen oder die Erstellung von E-Shops und alle denkbaren anderen Lösungen im Bereich des Internets der Dinge. In diesen Branchen nutzen sogar 96% aller Firmen agile Techniken, und zwar überwiegend.  Firmen, die sich mit der Anpassung von Software-Frontends, sogenannten UX, befassen, greifen immerhin zu 88% auf agile Methoden zurück. Die Digitalisierung der Schnittstellen zum Kunden erfolgt zu 76% auf agile Weise, während zum Beispiel im Bereich des Programmmanagements nur 27% der Unternehmen agil vorgehen.  Diese Zahlen und Beispiele hat Ute Wolter der Studie „Scalable Agility - Von der agilen zur digitalen Transformation“ entnommen. Diese wurde von Lünendonk in Kooperation mit der BridgingIT durchgeführt. Im Rahmen der Studie haben CIOs und Manager von insgesamt 26 deutschen Großkonzernen Fragen beantwortet.
 

Optimierung durch Zusammenarbeit von agilen Teams

Die Studie hat herausgearbeitet, dass gerade in den Bereichen des Programmmanagements und der Steuerung des Projektportfolios agiles Projektmanagement von enormer Bedeutung sein kann. In diesen beiden Bereichen werden unterschiedliche Teams und mehrere Projekte auf einmal gesteuert. Trotzdem ist überraschenderweise gerade in diesen Bereichen bisher nur etwa ein Viertel der Unternehmen auf agile Methoden umgestiegen. Überall dort, wo zwischen mehreren agil arbeitenden Teams vermittelt und mit ihnen geplant wird, ist es dringend angeraten, agile Methoden zu verwenden. Durch agiles Management soll die Zusammenarbeit von mehreren Scrum-Teams so koordiniert werden, dass die Arbeit zielorientiert verläuft, Doppelarbeit vermieden wird und jedes Mitglied eines Teams den Gesamterfolg eines Projekts im Blick haben kann. Diese Ziele unterstehen dem Hauptziel, die Produktqualität zu erhöhen. Auch die schnellere Kundenorientierung und die klare Zielausrichtung werden verfolgt. Alle diese Erfolge stellen sich jedoch erst nach und nach ein. Ute Wolter weist darauf hin, dass immerhin 67% aller Unternehmen mittlerweile ein Change Management verfolgen. Unternehmenskultur und Kommunikation werden dahingehend angepasst, dass sie den optimalen Nährboden für agile Methoden bilden. Auch bei den Schulungen haben Unternehmen mittlerweile etwas erkannt: 58% aller Großunternehmen verwenden in ihren Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen agile Methoden.
 

Frameworks zur Kollaboration fehlen

Die richtige Umsetzung und Nutzung von agilen Modellen ist noch immer für viele Unternehmen ein Problem. Das liegt laut Ute Wolter zu vier Fünfteln daran, dass passende Frameworks sowie Personal, das mit ihnen arbeiten könnte, einfach fehlen. Framworks müssen entwickelt und angewendet werden, um komplexe Projekte abteilungsübergreifend zu bewältigen. In den einzelnen Projekten werden mehr und mehr Scrum-Teams eingesetzt. Durch die Studie von Lünendonk ist deutlich zu erkennen, dass für dieses Zusammenwirken von vielen Teams neue Methoden benötigt werden. Die Teams müssen skaliert werden, was jedoch bisher nur den wenigsten Firmen gelingt. Immerhin werden Skalierungs-Frameworks bereits eingesetzt, wie zum Beispiel LeSS, Scrum@Scale und SAFe. Viele Unternehmen sehen, dass ihre Srcum-Teams immer zahlreicher werden und wollen darauf mit Frameworks reagieren. Die meisten haben diesen Schritt jedoch noch nicht umgesetzt.
 

Neue Ansätze im Projektmanagement durch mehr Software

Der Druck auf die Unternehmen, ihre Abläufe in der Organisation und der Unternehmenskultur anzupassen, wächst. Das zeigt die Studie. Dadurch, dass der Anteil an Software in den verschiedenen Produkten und Dienstleistungen immer höher wird, verändert sich die Planung und Umsetzung von Projekten maßgeblich. Die Entwicklungszeiten werden kürzer und kürzer, so dass klassische Methoden kaum noch eine Chance haben, überhaupt das Ziel zu erreichen. Dazu kommt, dass klassische Methoden einfach nicht auf das Arbeiten mit mehreren Teams zugeschnitten sind. Mario Zillmann, der Autor der Studie bei Lünendonk, hebt hervor, dass es essenziell ist, die Entwicklung und das Ausrollen von Projekten zeitlich extrem zu verkürzen. Tägliche Meetings und Sprints sind also nicht mehr aus dem Alltag von Produktentwicklern wegzudenken. Zillmann rät allen Unternehmen zur Eile. Die Umstellung der Unternehmenskultur und die Implementierung von agilen Methoden darf nicht zu lange Zeit in Anspruch nehmen. Die Komplexität von Projekten steigt aufgrund der Digitalisierung ständig. In der Softwareentwicklung zeigt sich dieses Phänomen am deutlichsten.

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