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Digitalkompetenz in der Chefetage

Digitalkompetenz in der Chefetage 25.10.2019 - Auf dem Online-Portal Business Insider verrät Fabian J. Fischer, wie er über Digitalkompetenz in den Führungsebenen denkt. Im Folgenden fassen wir seine Thesen für Sie zusammen.

Dinge verändern sich rasend schnell und das betrifft alle Ebenen eines Unternehmens. Die Mitarbeiter, die sich um das alltägliche Geschäft kümmern, haben plötzlich neue Aufgaben, die sie mit neuen Methoden und Programmen lösen müssen. Alle paar Jahre gibt es Neuerungen, Verbesserungen und Umstrukturierungen. Aber in der Führungsebene tut sich auch etwas. Die Veränderungen liegen betreffen das Thema Digitalisierung und dort vor allem die Führungskultur. Wenn die Arbeit digitalisiert wird, müssen auch die Führungsebenen digitalisiert werden. Ein Weg in die Digitalisierung ist die Ernennung eines CDO, eines Chief Digital Officers. Trotzdem bleibt die Digitalisierung eine Herausforderung.


Deutschlands Führungsetagen

Unter deutschen Aufsichtsräten ist die Digitalisierung noch nicht so angekommen, wie man sich das vorstellen würde. Im Grunde ist das auch nicht so erstaunlich, denn schließlich sind die meisten Menschen in den Aufsichtsräten über 60 Jahren alt und viele von ihnen sind noch vor zehn Jahren davon ausgegangen, dass die Digitalisierung noch warten kann. 2018 gab es in nur 13% der Aufsichtsräte von DAX-Unternehmen zwei oder mehr Digital Directors. Viele Unternehmen haben den Wandel der Zeit schnell erkannt. Siemens, Comdirect und Freenet haben jeweils Digital Directors. Eine erschreckend große Anzahl an Unternehmen hat jedoch noch viel vor sich. Warum müssen auch die Bosse Digitalkompetenz haben?
 

Aufsichtsräte und ihre Aufgaben

Für den Aufsichtsrat werden meist Personen ausgewählt, die eine lange Erfahrung im höheren Management haben. Viele von ihnen sind Juristen oder Fachleute im Finanzsektor. Über viele Jahre hinweg hat das sich ausgezahlt. Aber heute müssen auch digitale Kompetenzen in den Führungsebenen vertreten sein, wenn man erfolgreich sein will. Generell liegen die Aufgaben eines Aufsichtsrates in der Überwachung des Vorstanden, in der Beratung in strategischen Fragen, in der Benennung des Vorstandes und in der Auswahl neuer Mitglieder für den Aufsichtsrat. Betrachtet man diese Aufgaben im Detail, wird schnell klar, dass man hierfür Digitalkompetenz braucht. Bei der Kontrolle des Vorstandes geht es darum, aktiv auf die Entwicklung des Unternehmens einzuwirken. Um zu beurteilen, wie es um den Erfolg eines Unternehmens steht, muss man wissen, welche KPIs herangezogen werden müssen, um den digitalen Zustand der Firma zu beurteilen. Die Leistung des eigenen Unternehmens mit anderen zu vergleichen, ist ebenfalls nur mit Hilfe eines Digitalexperten möglich. Die digitale Transformation transparent zu gestalten ist schwer, wenn man im Grunde nichts davon versteht und auch niemanden hat, den man danach fragen kann.
 

Beratung und Hilfestellung in Strategiefragen

Der Vorstand stellt sich den Herausforderungen der Digitalisierung. Dabei muss ihn der Aufsichtsrat unterstützen. Erfolg oder Misserfolg der Digitalisierung entscheiden über die Zukunft des Unternehmens, während sich die Wertschöpfungskette ständig ändert und fast wöchentlich neue Kompetenzen gefordert sind. Davon sind schon Vorstände, die einen Digitalexperten haben, oft überfordert. Ohne Digitalkompetenz ist es fast aussichtslos, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Auch bei der Auswahl neuer Kandidaten für den Vorstand oder den Aufsichtsrat muss ein gewisses Feingefühl gewahrt werden. War es vor 20 und teils auch noch vor 10 Jahren eigentlich ausreichend, jemanden zu ernennen, der lange im Unternehmen ist, die Abläufe kennt und eine solide Ausbildung genossen hat, so ist es heute wichtig, eine ausgewogene Mischung unterschiedlichster Kompetenzen in den einzelnen Gremien zu haben. Dabei muss man sich mit sehr verschiedenen Ideen, Konzepten und eben auch mit der Digitalisierung befassen. Wer selbst keine Ahnung von Digitalisierung hat, dem fällt es schwer, jemanden zu ernennen, der kompetent ist – auch wenn Personalberater schon eine Vorauswahl getroffen haben. Es ist nicht immer leicht, zu erkennen, wer wirkliche Kompetenz mitbringt und wer nur ein paar interessante Stationen in seinem Lebenslauf stehen hat. Wer selbst digitale Fachkraft ist, kann alles besser beurteilen und wird zielsicher die passenden Personen finden.
 

Die perfekte Zusammensetzung eines Aufsichtsrates

In einem perfekten Aufsichtsrat sind also alle möglichen Kompetenzen vertreten, die schon seit Jahrzehnten gefragt sind. Aber neuerdings – und so neu ist es eigentlich gar nicht mehr – muss auch Digitalkompetenz vertreten sein. Wer sein Unternehmen erfolgreich in die Zeit der Digitalisierung führen und marktfähig bleiben will, muss sich über die modernsten Methoden informieren und sich Hilfe holen. Gestandene Manager und Managerinnen mit jahrelanger Erfahrung sind noch immer gefragt. Es sieht so aus, dass alle Aufsichtsräte in Zukunft der Digitalisierung ins Auge blicken müssen. Dabei kann es nicht schaden, ein paar jüngere Kollegen mit ins Boot zu holen. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Männern und Frauen bringt ebenfalls viele Vorteile und neue Blickwinkel in Aufsichtsräte. Schließlich will man sich als modernes Unternehmen, das sich dem Markt der Zukunft stellt, nicht nachsagen lassen, man sei altmodisch. Leider sind 70% der DAX-Unternehmen noch immer von Aufsichtsräten geführt, in denen keine einzige Frau sitzt.
 

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