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Agiles Projektmanagement in großen Unternehmen

Agiles Projektmanagement in großen Unternehmen 30.04.2019 - Sarah Gandorfer berichtet auf der Online-Plattform IT-Business darüber, warum Scrum der Favorit von Großunternehmen ist und weshalb diese überhaupt agiles Projektmanagement anwenden. Generell ist zu beobachten, dass mehr und mehr Unternehmen agiles Projektmanagement einsetzen, ganz egal in welcher Branche mit welcher Unternehmensgröße, denn es gibt sehr viele verschiedene agile Ansätze. Eine von Bitkom durchgeführte Umfrage ergab, dass der Boom agiler Management-Methoden dazu geführt hat, dass zunehmend Freelancer eingesetzt werden. Im folgenden Artikel fassen wir die Informationen von Sarah Gandorfer zusammen.


Agiles PM ist stark im Kommen

Agiles Projektmanagement – das ist ein sehr weiter Begriff. Es umfasst die unterschiedlichsten Methoden und Ansätze, die im Grunde nur ihre Flexibilität gemeinsam haben. Planung wird seit einigen Jahren anders wahrgenommen und anders verstanden. Sie ist weniger ausführlich und weniger detailreich, richtet sich mehr adaptiv aus und wächst am und mit dem jeweiligen Projekt. Schnelle Entscheidungen sind wichtiger geworden als umfangreiche Planungen im Vorfeld. Gerade für den Bereich der Softwareentwicklung ist Scrum heute ausschlaggebend. Die erwähnte Umfrage von Bitkom hat die Antworten von 500 Mitarbeitern aus 300 Firmen zum Thema agiles PM ausgewertet. Den Ergebnissen dieser Umfrage zufolge sehen 65% der Unternehmen höhere Erfolgschancen bei Projekten, die agil gemanagt werden. Die Manager sehen Vorteile in der leichteren Zusammenarbeit mit Freiberuflern und Experten als Plus an. Diese externen Fachleute übernehmen heute schon etwa ein Viertel der Arbeiten in IT-Projekten. Die Hälfte aller IT-Unternehmen nutzt agiles PM. Bei den großen Unternehmen (ab 2000 Mitarbeitern) sind es sogar 56%. Dazu kommen 15%, die im kommenden Jahr auf agiles Management umsteigen möchten und weitere 18%, die zumindest schon darüber nachdenken und das Thema erörtern. Nur 14% der Unternehmen befassen sich noch nicht mit Scrum und Co. 


Scrum ist Spitzenreiter

Sarah Gandorfer erläutert, dass unter den unterschiedlichen Methoden, die man unter dem Oberbegriff des agilen Projektmanagements zusammenfasst, Scrum der Spitzenreiter ist – und das vor allem bei großen Unternehmen. Mehr als 90% der befragten Firmen favorisieren Scrum oder planen, es einzusetzen. Das Wort Scrum kann übersetzt werden mit „Gedränge“. Der Begriff stammt aus dem Rugby, wo sich in einer gewissen Phase des Spiels ein „Haufen“ an Spielern auftürmt, die um den Ball kämpfen. Das mag auf den ersten Blick nicht viel mit Projektmanagement zu tun haben und schon gar nicht mit einer erfolgversprechenden Strategie. Aber wer sich näher mit dem Thema befasst, der erkennt die Gemeinsamkeiten zwischen Rugby und PM. Die Methode des Scrum wurde speziell für das Entwickeln von IT-Software erdacht. Längst wird die Methode aber auch auf alle anderen Arten von Projekten verschiedener Branchen angewendet. 


Scrum als Herausforderung

Die Methoden des Scrum sind nicht für alle Arten von Mitarbeitern ideal. Viele zögern oder streiken, weil sich seit der Einführung von Scrum niemand mehr hinter den Kollegen verstecken kann. Die Arbeit jedes Einzelnen wird sichtbar gemacht und evaluiert. Das schmeckt nicht allen, weil sich Fehler und Verspätungen nicht mehr so leicht als Fehler anderer ausgeben lassen. Hier spielt auch der Einsatz von Freelancern eine Rolle. Meist sind die Aufgaben der externen Experten streng abgegrenzt und jeder einzelne wird nach Leistung bezahlt. 72% der IT-Unternehmen, die Scrum oder andere agile PM-Methoden verwenden, gaben in der Bitkom Studie an, dass sie durch den Einsatz von Freelancern qualitativ bessere Projektergebnisse erhalten, früher mit ihren Projekten fertig werden und Probleme schneller erkennen. Auch die Flexibilität wurde erhöht. Egal ob bei eigenen oder externen Mitarbeitern – es zeigte sich, dass steigende Verantwortung bei den Mitarbeitern zu einer Steigerung der Motivation führte. Dies ist einer der Hauptbestandteile von Scrum: jeder erhält Verantwortung für seine Aufgaben. Auch hier hat sich herausgestellt, dass es besonders die großen Unternehmen (ab 2000 Mitarbeitern) sind, die gezielt Aufgaben an Externe vergeben, die gerne mit Freelancern arbeiten und die dies auch in Zukunft noch verstärken wollen. Hier werden teilweise 25% der Arbeitsstunden im Bereich IT von Spezialisten und Freelancern außerhalb der eigenen Firma durchgeführt. Auch dieser Wert soll, wenn man den Prognosen der Befragten glaubt, in den kommenden Jahren noch zunehmen. 


Nur noch agiles Projektmanagement 

Agile Methoden sind aber nicht immer die besten für ein Projekt. Nicht in jeder Struktur, Hierarchie und Organisation kann agiles PM einfach so eingeführt werden. Nicht überall sind Eigeninitiative, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein die Faktoren, die an oberster Stelle stehen. In streng hierarchisch aufgebauten Firmen wird eine Methode wie Scrum nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Je nachdem, welche Art von Unternehmensführung und -kultur herrscht, ist der Weg zum agilen Management lang und führt über eine komplette Umorganisation der gesamten Firma. Keine leichte Aufgabe. Vor allem nicht für die Entscheider, die sich damit entthront sehen. Oftmals gehen solche Eingriffe mit einem Führungswechsel einher, der vielleicht aber auch erst durch einen Generationswechsel an der Spitze herbeigeführt wird.
 
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