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IT im Projektmanagement – Mensch versus Technik

IT im Projektmanagement – Mensch versus Technik 30.01.2019 - Wenn im Projektmanagement Informationstechnologien eingesetzt werden sollen, geht es letztendlich immer darum, abzuwägen, welche Aufgaben von Menschen und welche von Algorithmen bzw. Software erledigt werden sollen. Mensch und Technik erscheinen wie Konkurrenten, ihr „Einsatz“ dient aber demselben Ziel, nämlich dem Gelingen des jeweiligen Projektes. Es gilt also, eine möglichst ideale Zusammenarbeit und ein Zusammenspiel der Kräfte und Stärken zu finden. Zu diesem Thema machte sich sich George Sarpong in der Computerworld Gedanken, die wir hier zusammenfassen.

Faktor Mensch bleibt ausschlaggebend

Für George Sarpong steht fest, dass Software das Projektmanagement erheblich erleichtern kann. In seinem Artikel möchte er aber herausarbeiten, dass der wichtigste Erfolgsfaktor dabei auch weiterhin der Mensch bleibt und dass selbst die beste Technik nicht erfolgversprechend ist, wenn sie nicht von fachkundigem Personal angewendet wird. Projekte werden immer komplexer, Realisierungszeiträume immer kürzer und so steigen die Anforderungen an Projektmanager. Dazu kommen noch die digitalen Herausforderungen, die von vielen eher als Hürde denn als Erleichterung gesehen werden. Programme wie Taiga, Project oder Freedcamp können aber, wenn sie zielgerichtet eingesetzt werden, wertvolle Dienste leisten und vieles im Projektalltag vereinfachen. Sarpong hat sich für seinen Artikel unter anderem mit Peter Ottinger von der Schweizer Softwarefirma Inloox unterhalten. Dieser ist auch der Meinung, dass umfassende Lösungen im Teamwork, in der Verwaltung von Aufgaben und im Dokumentenmanagement durch digitale Tools unterstützt und deutlich erleichtert werden können. Nicht selten sei ein Programm schonmal der rote Faden in einem Projekt gewesen, an dem sich alle Beteiligten orientieren konnten, um den Überblick nicht zu verlieren. Ottinger betont, dass alle Tools immer nur ein Hilfsmittel sein können und dass der Mensch (und damit der Projektmanager) nach wie vor sein Organisationstalent gekonnt einsetzen muss. 

Programme sind nur hilfreiche Tools

Bisher wurde noch kein Computerprogramm entwickelt, das messbare Projektziele definieren kann – um nur ein Beispiel zu nennen. Bei Projekten wie zum Beispiel der Elbphilharmonie, wo so vieles anders lief als geplant, kann dieses umfassende Versagen nicht auf Computertools zurückgeführt werden, sondern ist zu großen Teilen unzureichendem Projektmanagement zuzuschreiben. Dieser Einschätzung schließt sich auch Martin Bialas, Consultant bei Diventis und Schulungsleiter bei Digicom, an. Er betont, dass sich Probleme im Projektmanagement nicht mit Programmen lösen lassen. Sie können nur Werkzeug sein und den Menschen bei seiner Aufgabe unterstützen. Bei komplexen Aufgaben mit unübersichtlichen Datenmengen können Computer eine tolle Hilfe sein. Als die Rettung bei chaotischen Projekten kann ein Tool aber nicht betrachtet werden. 

Gute Technik und gute Mitarbeiter 

Gute Tools kann man daran erkennen, dass sie die Arbeit der Projektmanager erleichtern. Wenn alle Beteiligten das Nutzen von Programmen als hilfreich empfinden und darin keine Bürde sehen, können im Projekt Fortschritte erzielt werden. Die Akzeptanz der Tools ist für Bialas ein entscheidender Punkt, denn wenn die Projektplattform oder das einheitliche Programm nicht von allen Teammitgliedern genutzt werden, ergeben sich Probleme. Diese können sein, dass beispielsweise unterschiedliche Informationsbasen vorkommen. Es kann nötig werden, dass die Mitarbeiter vom Nutzen des Tools überzeugt werden müssen, was bei guten Programmen meist leicht möglich ist. Genauso wichtig wie die Auswahl von passenden Tools und Programmen ist aber der Einsatz von gut geschultem Personal.
Die Experten sind sich einig, dass ein Projekt nie an der Auswahl eines falschen Programms scheitert, sondern immer nur daran, dass entweder das Programm nicht richtig eingesetzt wird oder das Management in irgendeiner anderen Weise versagt. Projektziele zu definieren, Strategien und Plannings auszuarbeiten ist entscheidend für den Erfolg eines Projektes. Daraus ergibt sich, dass die Ausbildung der Projektmanager umso wichtiger ist. Professor Reinhard Riedl arbeitet an der Berner Fachhochschule für das transdisziplinäre Forschungszentrum Digital Society. Er betont, dass die Ermittlung von Zielen, Chancen und Risiken sowie Kosten entscheidend sind. Es muss zu Anfang eines Projektes entschieden werden, ob traditionelle oder agile Methoden eingesetzt werden, damit das Projektmanagement passende Methoden an der Hand hat. 

Zertifizierung und fachliche Ausbildung

Um mit diesen Methoden und Techniken erfolgreich zu sein, ist es ungeheuer wichtig, dass der jeweilige Projektmanager sich in seinem Handwerk auskennt. Dazu kann eine Zertifizierung natürlich ihren Beitrag leisten, gerade weil die wenigsten Projektmanager das Fach Projektmanagement an sich studiert haben, sondern aus vielen verschiedenen anderen Disziplinen kommen. Sarpongs Artikel unterstreicht nur wieder, dass die Komponente Mensch für den Erfolg eines Projektes ausschlaggebend ist und dass daher die gute Ausbildung und vor allem kontinuierliche Weiterbildung für alle Projektmanager obligatorisch und prioritär sein sollte.

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