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Verlierer und Gewinner der Digitalisierung

Verlierer und Gewinner der Digitalisierung 05.11.2018 - Im Onlinemagazin Focus Money schreibt Gastautor Alexander Burstedde über die Digitalisierung und ihre Folgen für Deutschland. Er erläutert seine These, nach der es einige Verlierer geben, am Ende jedoch die Allgemeinheit der Gewinner sein wird. Als Mitarbeiter des Kompetenzzentrums für Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft erlebt er täglich, wie Firmen mit der Digitalisierung kämpfen, die Herausforderung annehmen aber manchmal auch desillusioniert werden und aufgeben. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass der Wandel in der Wirtschaft gut und richtig ist und dass er für die Allgemeinheit enorme Vorteile bringen wird. Im folgenden Artikel geben wir Ihnen eine Zusammenfassung seines Beitrags „Bei der Digitalisierung wird es Verlierer geben – doch am Ende nutzt sie uns allen.“


Optimismus für den digitalen Wandel

Burstedde weist darauf hin, dass sich jeder sechste deutsche Arbeitnehmer Gedanken darum macht, ob sein Arbeitsplatz durch die voranschreitende Digitalisierung bedroht sein könnte. Dies geht aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY hervor. Burstedde legt seinen Fokus dabei jedoch eher auf die restlichen 84% der Bevölkerung, die die Digitalisierung positiv sehen – so wie er selbst auch. Er betont, dass es viele berechtigte Gründe für Optimismus gibt. Gegner der Digitalisierung schüren die Angst davor, dass Maschinen und Computer bald flächendeckend Arbeitsplätze ersetzen. Bei genauerer Betrachtung sollen jedoch die Langzeitauswirkungen als wichtiger erachtet werden – schließlich wird die Digitalisierung allgemein zu mehr Wohlstand führen. Und das trifft alle. 


Fortschritt ist nicht aufzuhalten

Selbstverständlich ist der Weg hin zu umfassender Digitalisierung lange und teils auch steinig. Politik und Unternehmen haben hier noch viel vor und müssen durch gezielte Entscheidungen den Weg ebnen. Die gesamte Gesellschaft ist in den Umstellungsprozess eingebunden, Jung und Alt sind gefragt. Burstedde will nichts beschönigen: für ihn ist klar, dass es vor allem in der Anfangsphase, also jetzt, auch einige Verlierer geben wird.

Aber der Fortschritt ist nicht aufzuhalten und Digitalisierung bedeutet Fortschritt. Als Beispiel zieht Burstedde die umfassende Umstellung auf Maschinen heran, die vor etwa 70 Jahren viele Erntehelfer arbeitslos gemacht hat. Es hat dadurch tragische Schicksale gegeben, aber heute möchte niemand mehr diese Maschinen missen und niemand möchte mehr die Arbeit der Erntehelfer von damals machen. Diese haben schließlich andere Jobs gefunden, teils auch solche, die erst durch die Erfindung der Maschinen entstanden sind. Schon bald herrschte wieder volle Beschäftigung. Und noch wichtiger: der Wohlstand breitete sich aus, hauptsächlich vorangetrieben durch eben diese (und viele andere) Erfindungen.

Das Beispiel ist gut, denn die Digitalisierung verkörpert hier die Erntemaschinen, die die Arbeiter damals in große Sorgen stürzten. Ein paar mutige Entscheidungen und einige Innovationen und technische Prozesse später wird es dazu kommen, dass bestimmte Arbeitsplätze wegfallen, während gleichzeitig andere Arbeitsplätze entstehen – und sich die Gesellschaft in Richtung mehr Wohlstand entwickelt. Anpassungsvermögen und Mut zur Veränderung sind gefragt. 


Mut zur Veränderung?

Wie begegnet man also am besten dem Fortschritt und dem Wandel? Mit Mut und Vertrauen. Leugnung ist sicher keine Lösung und auch der Kampf gegen die Digitalisierung ist sehr wahrscheinlich ein Kampf auf verlorenem Posten. Warum also nicht gleich versuchen, das Beste daraus zu machen?

Es ist nicht immer leicht, neue Chancen zu erkennen. Schließlich konnte sich vor 20 Jahren auch kaum einer richtig vorstellen, zu was das Internet ist heute wurde und welche Möglichkeiten sich dadurch eröffneten.

Ein wenig Vertrauen ist nötig in die These, dass neue Jobs entstehen werden, entstehen müssen, auch wenn im Moment noch unklar ist, wie diese konkret aussehen werden.

In den letzten Jahrzehnten sind immer wieder Berufe obsolet geworden bzw. die Fachkräfte mussten sich umstellen (genannt seien hier beispielsweise Druckereien, Setzer, Technische Zeichner, Architekten etc.) und dennoch gibt es viele freie Stellen. Die Wirtschaft boomt.

Viele Menschen arbeiten in Bereichen, von denen andere nicht einmal wissen, dass diese existieren.
 
Studien prognostizieren für 2030 einen Fachkräftemangel von 3 Millionen Menschen. Vielleicht wird eine clevere Erfindung diesen Engpass etwas abmildern, hofft Burstedde. Gleichzeitig sieht er voraus, dass Menschen mit nur sehr geringer beruflicher Qualifikation die Arbeitslosigkeit droht. Dasselbe gilt für Qualifikationen in sich stark verändernden Berufen. Automechaniker zerlegen heute keine Autos mehr. Sie sind vielmehr Elektroniker und benötigen IT-Kenntnisse, wenn man betrachtet, was sie am Auto tun.
Die gefragten Qualifikationen ändern sich also stark. 


Die Chance sehen

Burstedde wirbt dafür, die Chancen in der Digitalisierung zu suchen und zu erkennen. Wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet, die Digitalisierung in Richtung einer neuen Wohlstandsgesellschaft voranzutreiben, gewinnen am Ende alle. Durch neue Technologien können bequemere, umweltschonendere, familienfreundlichere, flexiblere und menschlichere Arbeitsplätze entstehen. Die Digitalisierung hat längst begonnen.

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