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„Don’t limit yourself“

„Don’t limit yourself“ 27.03.2013 - Kanban hat seit einigen Jahren eine erstaunliche Verwandlung erlebt. Heute wird es von der IT-Branche als Projektsteuerungstechnik geschätzt und dort immer häufiger parallel zu anderen agilen Verfahren eingesetzt.

Die Lean-Kanban North America Conference, das weltweit einflussreichste Spezialisten-Forum, das vom 28. April bis 02. Mai in Chicago stattfindet, wird diese Entwicklung weiter vorantreiben. Aus diesem Anlass vier Fragen an Volker Dütsch, IT-Unternehmer, Scrum- und Kanban-Anwender und Certified Senior Project Manager (IAPM).



Sie persönlich sehen Kanban im Aufwind. Woran machen Sie das fest?

Volker Dütsch: Im deutschsprachigen Raum ist Kanban tatsächlich am Aufkeimen, wird aktuell aber in den wenigsten Fällen direkt mit Projektmanagement in Verbindung gebracht. Zahlreiche Scrum-Teams versuchen sich an Kanban, weil es weniger Regularien gibt, behalten aber vieles bei, was sich in den Scrum-Projekten bewährt hat. Umsteiger aus der Kanban-Ecke ins Scrum-Land gibt es hingegen eher selten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Scrum ein gewisses Basis-Know-how voraussetzt. Projekte rein nach Scrum-Lehre oder Kanban-Philosophie gibt es in der Praxis eher selten.


Kanban wurde 1947 in Japan zur dezentralen Produktsteuerung in der Automobilproduktion entwickelt. Die Effizienz des Fließbands stieg enorm. Es erstaunt, dass die IT-Branche gerade von dieser Verfahrensmethodik profitiert.

Volker Dütsch: Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Häufig sind bewährte Ansätze mit entsprechender Anpassung an die eigenen Bedürfnisse der Weg, um Aufgaben erledigt zu bekommen. Das ermöglicht Kanban auf relativ einfache Art und Weise - egal ob in kleinen, mittleren oder großen Projekten, egal in welcher Branche. Kanban verfolgt das KISS-Prinzip. Für KISS gibt es verschiedenste Übersetzungen. Jene, die mir im Zusammenhang mit Kanban am besten gefällt, ist: Keep it strictly simple. Scrum ist eine weitverbreitete, wenn nicht sogar die agile Projektmanagementmethode im Bereich der Softwareentwicklung. Kanban ist in einigen Punkten einfach flexibler, „agiler“.


Die IAPM hat in der aktualisierten Fassung ihres Agile PM Guides 2.0 – ihres Wissensfahrplans zum Erwerb von entsprechenden Zertifikaten – Kanban mit berücksichtigt. Warum ist das aus Sicht eines IT-Unternehmers wichtig?

Volker Dütsch: Heutzutage ist es unmöglich, alle Techniken zu beherrschen. Die Spezialisierung der Arbeitswelt ist wohl in keinem anderen Bereich so ausgeprägt wie in der IT-Branche. Wenn sie einen eher generalisierten Ansatz verfolgen wollen oder müssen, ist das nicht gerade einfach. „Don’t limit yourself“ in Bezug auf Werkzeuge, Techniken und Methoden ist ein wichtiger Aspekt. Das ist es, was die IAPM mit der Berücksichtigung von Kanban in ihrem Agile PM Guide 2.0 tut.


Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in Ihrer Branche die Aufnahme von Kanban in eine agile Zertifizierung die Befürchtung auslöst, überfordert zu werden. Sie sagen, Sie haben da andere Erfahrungen gemacht?

Volker Dütsch: Scrum ist und wird auch auf absehbare Zeit die führende Vorgehensweise im agilen Projektmanagement bleiben. Für mich stellt sich nicht die Frage: Scrum oder Kanban. Die Kombination der beiden Projektmanagementmethoden für Entwicklungsprozess und Analyse und Behebung von „Produktionsstörungen“ hat in meinen Augen sehr viel Potential. Solide Scrum-Kenntnisse plus Kanban plus gelebte agile Arbeitsmethoden – zum Beispiel Extreme Programming - sind bei vielen Projekten schon die halbe Miete.


Volker Dütsch, geb. 1974, arbeitet seit mehr als 20 Jahren im IT-Umfeld. Mittlerweile betreibt er sein eigenes Unternehmen Volker Duetsch IT Project Services, dessen tägliches Spektrum von der Erstellung kleiner Scripts bis zur Prozess-Automatisierung, Konzeption und Realisierung von webbasierten/mobile Anwendungen reicht.


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