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Smart Government - die Zukunft der Regierung

Smart Government - die Zukunft der Regierung 19.06.2017 - Das Internet hat nicht nur die Arbeitswelt und den Alltag verändert, sondern ist auch gerade dabei, Regierungsgeschäfte auf eine neue Ebene zu bringen.
In erster Linie ist es das sogenannte „Internet der Dienste“, das Staat und Verwaltung zum neuen Smart Government werden lässt. Ziel ist eine intelligente und vernetzte Regierung, die ihre Verwaltungsaufgaben optimiert und für den Bürger vereinfacht und erleichtert. Unterschiedliche Regierungen weltweit haben unterschiedliche Ansätze und Ideen, die sie verfolgen. Man kann jedoch beobachten, dass die Digitalisierung fast überall Einzug hält und die Verwaltung wandelt.
 
Industrie 4.0 und die Regierungsgeschäfte

Von vielen als eine neue Form der industriellen Revolution betrachtet, ist die Digitalisierung gerade das Thema in allen großen Unternehmen und noch längst nicht abgeschlossen. Auch Regierungen müssen mit der Zeit gehen und sich auf diese Veränderungen einlassen. Produktions- und Wertschöpfungsprozesse werden vernetzt und digitalisiert. Die deutsche Regierung fördert seit 2006 ganz gezielt die Forschung im Bereich der Digitalisierung, Seit 2011 gibt es sowohl das Internet der Dinge als auch das Internet der Dienste in Deutschland.
Beim Internet der Dinge handelt es sich um Objekte, die auf intelligente Weise miteinander vernetzt werden. Diese Dinge können mit Sensoren oder Chips ausgestattet sein, was dazu führt, dass Produkte/Maschinen/technische Geräte in IT-Systeme eingebunden werden können.
Dinge bekommen auf diese Weise eine Identität im Netz und können untereinander Informationen austauschen. Reale Objekte können so auch mit virtuellen Objekten verbunden werden. Durch verschiedene Technologien werden diese Systeme immer smarter. Im Rahmen von Industrie 4.0 entstehen nun hochautomatisierte und sehr individuell anpassbare Systeme: Produkte und Prozesse werden intelligent.
In der Industrie können sich Aufträge quasi selbst steuern und bearbeiten. Für Regierungsgeschäfte bedeutet diese Technologie, dass große Datenmengen personalisiert und schneller bearbeitet werden können. Verwaltungsprozesse wie die Zuteilung einer Steuernummer, die Ausstellung einer Genehmigung oder die Bearbeitung eines Rentenantrages oder einer Steuererklärung können dank digitaler Prozesse optimiert werden.
 
Smart Government

Die öffentliche Verwaltung und die Regierungen befassen sich also mit dem Thema Industrie 4.0, das Internet wird in die unterschiedlichsten Verwaltungsprozesse eingebunden. Jeder Staat oder jedes staatliche Organ muss für sich selbst definieren, inwieweit Digitalisierung eingesetzt werden kann.
Der Bürger fordert im Angesicht von schnellen Veränderungen in der Dienstleistungsbranche und Industrie auch eine schnellere Entwicklung in den Abläufen der Regierungsorgane. Wenn große Konzerne durch das Internet effizienter und schneller arbeiten können, dann wird dies auch von der Regierung verlangt. Die Erfassung von Daten und die Digitalisierung von Akten hat mittlerweile fast überall Einzug gehalten. In den meisten Staaten der Industriestaaten werden zahlreiche Bescheide längst digital bearbeitet und verschickt. Ein Beispiel für smarte Dokumente ist der Reisepass, in dem so viele verschiedene Daten gespeichert sind, dass am Flughafen bei der Kontrolle überprüft werden kann, ob der Pass zum jeweiligen Menschen „passt“. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein smartes Dokument.
 
Zielsetzung intelligenter Verwaltungsprozeduren

Als Leitbild und Ziel des Smart Government ist eine Welt, in der die Verarbeitung von Informationen und das Treffen von Entscheidungen vollautomatisch ablaufen und Menschen in bestimmte Prozesse kaum noch eingreifen müssen. Die Bearbeitung von massenhaften Daten und Informationen kann auf diese Weise deutlich beschleunigt werden. Rechnungen und Genehmigungen werden automatisch erstellt und verschickt, Computer steuern die Prozesse und arbeiten zunehmend autonom. Auf Papier kann bald fast vollständig verzichtet werden.
Portale ersetzen Bürgerämter und dies macht die Verwaltung um ein vielfaches effizienter. Ein enormer Vorteil der Digitalisierung ist es, dass keine Informationslücken mehr zwischen den einzelnen Behörden bestehen können. Was das System weiß, das kann es auch auf andere Prozesse übertragen. Die Vernetzung innerhalb von Behörden und verschiedener Behörden miteinander verhindert Doppelarbeit und beugt Irrtümern und Betrug vor.
Der große Nachteil eines vollautomatischen Verwaltungsapparats wird dann sichtbar, wenn aus irgendeinem Grund Fehler passieren oder Daten falsch eingespeist wurden. Die Fehlerbehebung ist oft kompliziert, es gibt nicht nur deshalb noch jede Menge Forschungs- und Entwicklungsbedarf.
Einerseits werden die bestehenden Systeme überarbeitet und verbessert, andererseits wird an neuen Systemen und Programmen gearbeitet. Auch Sicherheit und Datenschutz sind Themen in der Forschung. Gleichzeitig befassen sich Juristen mit den verschiedenen rechtlichen Aspekten der neuen Verwaltungsmethoden, denn zahlreiche juristische Fragen sind noch ungeklärt und es fehlen noch weitgehend Gesetze, die den Umgang mit smarten Systemen regeln. Fest steht, dass Smart Government die Zukunft darstellt und es für Projektmanager, die mit staatlichen Prozeduren zum Beispiel im Rahmen von Genehmigungsanfragen, Raumordnungsplänen, Bescheiden und Verordnungen zu tun haben, immer wichtiger wird, sich mit den neuen Strukturen auszukennen und auseinanderzusetzen.

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