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Richtiges Fehlermanagement: Unabdingbar für erfolgreiche Unternehmen

Richtiges Fehlermanagement: Unabdingbar für erfolgreiche Unternehmen 05.10.2016 -
Der Umgang mit Fehlern

In der Theorie ist es ganz leicht: Wir sind alle nur Menschen, wir machen alle Fehler, aus Fehlern kann man lernen. In der Praxis zeigt sich, wie schwierig die Handhabe mit Fehlern ist, seien es die eigenen oder die Anderer. Für die meisten Menschen ist es nicht leicht, einen Fehler zuzugeben und konstruktiv damit umzugehen. Gerne vermeidet man unangenehme Begegnungen und Auseinandersetzungen die entstehen würden, würde man etwas mit dem äußerst negativ besetzten Wort „Fehler“ bezeichnen. Doch somit verpasst man auch die Chance, die in der Kommunikation von Fehlern steckt.  Das heißt, die Chance auf ein erfolgreiches Fehlermanagement. Fehlermanagement erlaubt eine gezielte und strukturierte Steuerung sämtlicher Aktivitäten rund um den Fehler, um aus dem Fehler das Potential zu filtern, das in ihm steckt. Gezieltes Fehlermanagement verfügt über zahlreiche Methoden, mit denen sich zum einen Fehler beheben und die von ihnen verursachten Auswirkungen begrenzen lassen, zum anderen können Ursachen evaluiert und entsprechende Anpassungen abgeleitet werden.


Aus Schaden wird der Mensch klug

Täglich kommt es vor, dass wir Fehler machen oder eine falsche Entscheidung treffen. Laut Sprichwort müssten wir damit täglich klüger werden, werden wir aber nicht, denn wir nutzen die Chance nicht. Damit sich das Sprichwort bewahrheiten kann, müssen die Menschen Fehler akzeptieren und auch analysieren: Nur wer weiß, welches Verhalten und welche Handlungen zu einem Fehler führen, kann aus ihm lernen und ihn künftig vermeiden. Das gilt für die Belegschaft im Büro, die Führungskräfte im Unternehmen, den Projektmanager im Projekt.
Übergeordnete Instanzen sind ganz besonders dafür verantwortlich, ob ein Fehlermanagement erfolgreich etabliert werden kann. Sie müssen den positiven Umgang mit ihren Fehlern und – fast noch ausschlaggebender – den positiven Umgang mit den Fehlern anderer transparent vorleben. Je offener der Umgang mit Fehlern ist, desto besser gelingt die Implementierung eines Fehlermanagementsystems 
 

Permissive Fehlerkultur ist erforderlich

In den meisten Fällen ist jedoch ein offener, konstruktiver Umgang mit Fehlern nicht selbstverständlich. Wer einen Fehler macht, sich ein Herz fasst, diesen zugibt und dann dafür sanktioniert wird, wird kaum beim nächsten Fehler den selben mutigen Weg gehen, er wird wohl eher den Fehler vertuschen oder ihn sogar bewusst übersehen.
Soll ein offener Umgang mit Fehlern und ein entsprechendes Fehlermanagement etabliert werden, muss dieses im Unternehmen gezielt eingeführt und bewusst vorgelebt werden, nur das schafft Vertrauen und lädt zur Kommunikation ein. Erfolgreich kann so eine positive Fehlerkultur wachsen.


Aktives Fehlermanagement ist erfolgreich

Wie sich aktives Fehlermanagement auf die Führung eines Unternehmens auswirkt, zeigen das Beispiel der Hochrisikobranche Luftfahrt. Der richtige Umgang mit Fehlern und die Wertschöpfung daraus retten hier Leben. Hier bemüht man sich sehr sämtliche Fehler anzusprechen, ohne dass das Fehlverhalten zu Sanktionen führt. So können Fehler akzeptiert und analysiert werden. Damit Katastrophen und Flugzeugunglücke vermieden werden und gefährliche Situationen
im Vorfeld entschärft werden können, ist ein solch offener Umgang mit Fehlern unvermeidlich. Damit sich eine derartige Offenheit in einem Unternehmen etablieren kann, reicht es nicht aus, einfach für die Mitarbeiter neue Vorschriften einzuführen. Für ein aktives Fehlermanagement ist in der Regel ein Wechsel der Paradigmen notwendig, der dazu führt, dass Fehler nicht einfach vermiedenoder verschwiegen werden, sondern aktiv gemanagt werden. Dieser Paradigmenwechsel muss auf allen Ebenen des Unternehmens umgesetzt und vorgelebt werden.
Interessant ist hierbei die Entwicklung des Blickwinkels auf einen Fehler und seine Ursachen.


Von der personen- hin zur systemorientierten Sichtweise

Im Fehlermanagement wird zwischen der personen- und der systemorientierten Sichtweise deutlich unterschieden: In vielen Unternehmen, darunter im Gesundheitswesen, ist die personenorientierte und damit traditionelle Sichtweise immer noch weit verbreitet. Kommt es zu einem Fehler, werden die Schwestern, Pfleger oder Ärzte persönlich für diesen haftbar gemacht und beschuldigt. Bei dieser persönlichen Zuweisung der Fehler bleibt außer Acht, dass viele Fehler nicht durch mangelnde Fähigkeiten des Einzelnen, sondern durch Mängel im System entstehen. Wird nur der einzelne Mitarbeiter auf seinen Fehler aufmerksam gemacht und entsprechend sanktioniert, ist das ursächliche Problem damit nicht beseitigt. Der gleiche Fehler kann sich somit stetig wiederholen, sowohl bei dem gleichen Mitarbeiter als auch bei einem anderen. Die bereits genannte Luftfahrt oder auch die Atomkraft bemühen sich, bedingt und gezwungen durch die entsprechenden Risiken ihrer Branche, andere Wege zu gehen und den Blick auch auf das System, in dem ein Fehler geschehen ist, zu werfen. Die systemorientierte Sichtweise akzeptiert, dass jeder Mensch Fehler macht und sorgt gleichzeitig dafür, dass Systeme und Prozesse so sicher gestaltet werden, dass mögliche Fehlerquellen ausgeschaltet und somit die Fehlerquellen gegen Null gehen. Die Organisation sämtlicher Abläufe, die Bedienung der Geräte oder im Detail zum Beispiel die Verpackung von Medikamenten wird dabei so gestaltet, dass die Möglichkeiten für einen Fehler immer geringer werden und dass Fehler, die trotz alledem passieren, sich nicht dramatisch auf das Ergebnis auswirken können.

 
Fehler gelten nicht als Versagen

Wurden früher - und in vielen Fällen heute immer noch - Fehler mit persönlicher Schwäche und ungenügend genauer Arbeit assoziiert, ist es den Menschen unangenehm, über diese offen zu sprechen. Gutes Fehlermanagement sucht die Gründe für Fehler im System und lastet sie nicht den handelnden Menschen an.
Wenn Sie in Ihrer Organisation oder Ihrem Verband ein Fehlermanagement mit einem guten Projektmanagement verbinden und etablieren wollen, sprechen Sie uns an.
Wir sind der Meinung, dass jedes Projekt, gleich ob hochkritisch oder nicht, ein entsprechendes Fehlermanagement verdient hat, für den Erfolg des Projektes und für das Wohl jedes Einzelnen, der daran beteiligt ist. In unseren Seminaren rund um das Thema Projektmanagement geben unsere erfahrenen Trainer ihr Wissen weiter und vermitteln ihnen Fachkenntnisse, welche es ermöglichen einen stabilen Rahmen für Ihr Projekt zu schaffen: In unseren Augen eine Grundlage um Fehlerquellen im System zu vermeiden.
Wie sind Ihre Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement und Fehlermanagement?
Schreiben Sie uns an support@iapm.net. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
 

 

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