Sinnvoll Kritik abgeben und empfangen

Sinnvoll Kritik abgeben und empfangen 24.01.2018 - Das Wort Kritik hat für viele Menschen eine rein negative Bedeutung. Daher wird im Projektmanagement und auch sonst im professionellen Umfeld häufig lieber nur von „Feedback“ gesprochen.

Doch egal wie man es nennt: Kritik und Feedback sind wichtig, um Fortschritte zu machen und sinnvoll zusammen arbeiten zu können. Daher werden Projektmanager eigens darin geschult, Kritik zu geben und zu empfangen. Diese sollte positiv wie auch negativ sein. Die Fähigkeit und auch die Bereitschaft, Kritik zu hören, zu erfassen und dann auch umzusetzen, sind für das Projektmanagement von essentieller Bedeutung. Vielen Menschen fällt es schwer, negative Kritik zu geben. Sehr vielen Menschen fällt es aber ebenso schwer, negative Kritik anzunehmen. Daher ist das Thema für Führungskräfte, die mit Kritik umgehen müssen, sehr wichtig. Diese müssen lernen, eine gut ausbalancierte, konstruktive Kritik zu geben.


Richtig Feedback geben

Zu den Grundsätzen der Kritik gehört, dass sie immer konstruktiv sein sollte. Kritik muss spezifisch sein, also ganz konkrete Sachverhalte und Verhaltensweisen betreffen. Auf Basis ganz allgemein gehaltener Kritik, positiver wie negativer, kann keine Veränderung im Verhalten eintreten. Wenn eine Verhaltensweise kritisiert wird, sollte sich die Kritik stets konkret auf diese Verhaltensweise beziehen und niemals persönlich werden. Vorwürfe sind ohnehin nicht zielführend. Auch in hitzigen Besprechungen oder Feedbackgesprächen muss der Projektmanager einen kühlen Kopf bewahren und darf sich nicht zu unprofessionellem Verhalten hinreißen lassen. Kritik sollte immer so aufgebaut sein, dass sie nicht zu Ärger, Frust oder gar Streit führt. Kritik muss konkrete Verbesserungsvorschläge enthalten und den Kritisierten dazu ermuntern, in Zukunft diesen Vorschlägen eine Chance zu geben. Bleiben Sie immer sachlich!


Kritik annehmen und umsetzen

Auf der anderen Seite steht immer jemand, der die Kritik empfängt. Kritik sollte grundsätzlich ruhig und sachlich entgegengenommen werden. Emotionen haben in Kritikgesprächen nichts zu suchen. Ist die Kritik angebracht und objektiv, dann sollten Sie auch entsprechend auf sie reagieren. Ziehen Sie Konsequenzen; holen Sie sich Hilfe und Rat oder versuchen Sie, Änderungen herbeizuführen. Das einzige und gleichzeitig größte Problem beim Annehmen von Kritik sind das eigene Ego und die eigenen Emotionen. Als professioneller Projektmanager darf man sich nicht dazu hinreißen lassen, alle Kritik abzulehnen, sie unbedingt entkräften zu wollen oder gegen sie zu argumentieren. Rechtfertigungen und Entschuldigungen sind nun fehl am Platz. Hören Sie sich alles in Ruhe an, stellen Sie Fragen und lassen Sie sich Zeit, ob und wenn ja was daran berechtigt ist und was umgesetzt werden soll. Wer sich darauf einlässt, kann oft wertvolle Erkenntnisse über sich selbst erlangen.


Kritikkonzepte und Kritiktraining

In vielen Unternehmen werden moderne Feedbackkonzepte umgesetzt. So ist es zumindest theoretisch möglich, dass Mitarbeiter den Chef bewerten. Der Sinn dieser Konzepte ist es, wirklich alle Verbesserungsvorschläge und Ideen zu hören, um dann die besten umzusetzen. Gerade in solch modernen Arbeitsstrukturen aber auch in Projektgruppen ist es von großer Bedeutung, dass mit Kritik sachlich umgegangen werden kann – von allen Seiten. Kritikkompetenz kann geschult werden. Bei Schulungen und Workshops zum Thema wird auf viele verschiedene Aspekte eingegangen. Es geht darum, strukturiert und konstruktiv Feedback zu geben. Das bedeutet vor allem, dass die Kritik so formuliert werden muss, dass der Empfänger sie als Feedback und nicht als Angriff versteht. Kritik soll keine Abwehrhaltung hervorrufen. Gleichzeitig wird trainiert, Kritik zu hören und sie verstehen zu lernen. Letztendlich ist ein Teil der Schulung in Kritikfähigkeit dem Ziel gewidmet, auf fachlicher Ebene auch bei Meinungsverschiedenheiten im Sinne des Projekts weiter zusammen arbeiten zu können. 


Professionell mit Kritik umgehen

Die große Hürde – die eigenen Emotionen – zu meistern ist sicher nicht einfach. Selbst abgebrühten Profis kann es passieren, dass sie sich angegriffen fühlen, und natürlich ist es auch gut möglich, dass man wirklich unprofessionell angegriffen wird.
Die Persönlichkeit eines jeden einzelnen spielt dabei natürlich eine Rolle. Aber Sie können in diesem Bereich auch sehr viel an sich arbeiten, wenn Sie das möchten. Die Fähigkeit, Kritik zu geben, sie zu empfangen, auf sie einzugehen und sie als einen normalen Teil der täglichen Arbeit zu betrachten, kann erlernt werden. Wer es wirklich schafft, echte konstruktive Kritik losgelöst von persönlichen Befindlichkeiten zu betrachten und umzusetzen, der kann zielführender arbeiten. Vor allem kann er auch mit den Kollegen eine produktivere Beziehung führen, wenn die fachliche von der persönlichen Ebene getrennt betrachtet wird.

Wer Kritik für sich selbst annimmt, der kann zudem sich selbst schneller weiterentwickeln und wird zu einer besseren Führungsperson. Kritikkompetenz spielt auch immer mit Konfliktvermeidung, mit Kommunikation im Allgemeinen und mit Mitarbeiterführung zusammen. Eine gute Führungsperson muss in der Lage sein, zu kritisieren. Am besten ist eine ausgewogene Kritik, die Lob und Tadel so vereint und kombiniert, dass der Angesprochene die Kritik als ehrliche Hilfeleistung und als Verbesserungsvorschlag begreifen und annehmen kann. Empathie ist wichtig und sollte ebenfalls geschult werden. Wer sich in sein Gegenüber hineinversetzen kann, der ist eher in der Lage, Kritik so zu formulieren, dass sie nicht missverstanden wird.

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