Erfahrungsbericht der Tagung „Agile Leadership“ in Nürnberg vom 17.10.17

Erfahrungsbericht der Tagung „Agile Leadership“ in Nürnberg vom 17.10.17 28.11.2017 - Agilität ist ja mittlerweile in aller Munde und man fragt sich, ist da wirklich etwas dran? Blickt man auf den IT-Sektor und dort insbesondere auf die Software-Entwicklung, zeigt sich ein deutlicher Trend: Und dieser führt weg vom klassischen Wasserfall, hin zu Vorgehensmodellen und Frameworks (Scrum, Kanban, Extreme etc.).

Jährliche Statusberichte durch Version One belegen dies klar anhand überprüfbarer Zahlen. Auch mein Eindruck ist und meine Erfahrung als Projektmanagement-Trainer zeigt, dass mittlerweile viele Firmen, in denen ich klassisches Projektmanagement trainiere, zunehmendes Interesse zeigen, wie sie agiler werden können. Umgekehrt melden sich zu meinen Kursen über Scrum/Kanban/Extreme Programming immer mehr Teilnehmer an, die nicht aus dem Bereich der Software-Entwicklung sind, sondern aus völlig anderen Branchen kommen.

Die Tagung „Agile Leadership“ wird von der Nürnberger Initiative für Kommunikative Wirtschaft (NIK) seit einigen Jahren durchgeführt und setzt genau da an – wie können Organisationen insgesamt agiler werden? Denn das genau treibt mich um, denn die Möglichkeit, agil zu sein, endet für Projekte genau dort. Denn es nützt nichts, wenn man agil kann (z.B. Scrum), auch motiviert ist – und aber dann im Unternehmen oder beim Kunden hängen bleibt, weil diese sich nicht oder nur wenig auf Agilität einlassen können. Digitale Transformation und zunehmende disruptive Veränderungen in den Märkten erfordern flexible und anpassungsfähige Organisationen. Agile Denk- und Vorgehensweisen sind im gesamten Unternehmen erforderlich, um die vollen Potenziale von Agilität auszuschöpfen.

Eine weitere Erwartung an den Kongress hatte ich außerdem. Denn für mich sind  – auch vielleicht kreativ gemachte – Folienpräsentationen nur die halbe Miete. Mit den üblichen Flussdiagrammen oder schönen aber anonymen Animationen kann ich nur wenig anfangen. Was ich erwarte, sind nachvollziehbare Erfahrungsberichte. Diese Erwartung wurde durch die Tagung erfüllt, insbesondere in den Workshops, die ich besuchte. Wie kann Agilität beispielsweise bei einer Bank, oder etwa auch bei einer Krankenkasse eingesetzt und gelebt werden? Da wurde ein Team auf Agilität umgestellt und durfte eigenverantwortlich daran gehen, ein Projekt zu übernehmen. Es ging darum, eine Zweigniederlassung einer Bank neu und kundenorientiert zu gestalten. Was bei der Übung herauskam, war instinktiv das, was auch in der Literatur für agile Teams empfohlen wird: Cross-Funktionalität, will heißen, alle benötigten fachlichen Kompetenzen sind vertreten, kurze Iterationszyklen, Teammitglieder auf Augenhöhe, Vorhandensein eines Coaches, Visualisierung des Arbeitsfortschritts und Retrospektiven waren die Zutaten, die erfolgreiche Projektarbeit möglich gemacht haben.

Fazit: Viele Anregungen und aber auch die Erkenntnis, dass der Wandel zur Agilität in aller Regel nicht einfach ist und seine Zeit braucht.
 
Dr. Hans Stromeyer

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