Führung von schwierigen Mitarbeitern

Führung von schwierigen Mitarbeitern 10.11.2017 - Jeder kennt Kollegen und Teammitglieder, die einfach nicht für das Arbeiten im Team geeignet sind und mit denen immer irgendetwas nicht rund läuft. Manche Menschen haben zwar fachliche Kompetenzen und vielleicht auch den Willen, mitzuarbeiten, aber ihnen fehlt es an der Fähigkeit, mit anderen gemeinsam zielführend zu arbeiten. Die Aufgabe der Projektmanager ist es, auch diese schwierigen Mitarbeiter ins Team zu integrieren und von ihren Fähigkeiten zu profitieren, auch wenn das nicht immer leicht ist. Als Führungskraft im Projektmanagement gehört auch die Führung der Menschen zum Aufgabenfeld, die das Team blockieren und stets – wenn auch meist ungewollt –alle aufhalten. Es ist eine Herausforderung, die oft viel Energie kostet, aber es gibt glücklicherweise Techniken, um mit den schwierigen Mitarbeitern umzugehen. 


Soziale Kompetenz stärken um Kompetenzen zu nutzen

Viel zu oft kommt es vor, dass Verbesserungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Umorganisation des Ablagesystems, die Einführung eines neuen Programms oder einer Datenbank oder auch ein Update im IT-System auf Unverständnis bei den Mitarbeitern stoßen, die diese Systeme täglich nutzen sollen. Derjenige, der die Änderung oder das Update vorgenommen hat, hat sich viele Gedanken gemacht, Alternativen analysiert, das beste System gefunden und dessen Vorteile erkannt und dann alles in die Wege geleitet. Er hat es gut gemeint. Trotzdem sind viele Mitarbeiter ungehalten, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr in der gewohnten Art und Weise machen können. Für den einen oder anderen sind vielleicht sogar wichtige Befehle oder Funktionen nicht mehr verfügbar. Das ist ein klassisches Beispiel für einen motivierten Mitarbeiter, der trotz Willen und Fachkompetenz das Team behindert. Hier ist es die Rolle der Projektmanager, die Wogen zu glätten und dafür zu sorgen, dass alle Abläufe so schnell wie möglich wieder funktionieren. Projektmanagement bedeutet auch das Management intern im Team. Andere Mitarbeiter sind faul und versuchen jede Arbeit zu umgehen oder sie abzugeben. Wieder andere Mitarbeiter sind stets auf Konfrontationskurs und wollen Unruhe stiften. Diese sind oft unmotiviert oder frustriert. Dem kann der Projektmanager eigentlich nur Herr werden, indem er herausfindet, warum der Mitarbeiter frustriert ist und nicht konstruktiv arbeiten will. 


Rational reagieren als Projektmanager

Projektmanagement bedeutet, immer den Projekterfolg im Blick zu haben und die Fähigkeiten aller Mitarbeiter im Hinblick darauf ideal auszunutzen. Eigenbrötler im Team machen vielleicht gute Arbeit, aber ziehen manchmal am Team vorbei. Der Projektmanagermuss hier eingreifen, denn er will weder den Mitarbeiter demotivieren noch den Rest des Teams verärgern. Im Projektmanagement ist es wichtig, alle zu Höchstleistungen anzuspornen, also auch die „schwierigen“ Mitarbeiter auf ihrem Level arbeiten zu lassen. Aus dem Team kommen im Streitfall oft negative Bemerkungen, die ihrerseits die Atmosphäre verschlechtern und den Unmut steigern. Vorwürfe werden laut. Aber genau dies muss der Projektmanager unterbinden. Selbstverständlich muss man sich als guter Projektmanager die Sorgen und Beschwerden einzelner Teammitglieder anhören und darauf eingehen. Man muss aber im Projektmanagement auch versuchen, auf die Mitarbeiter einzugehen, die davon überzeugt sind, großartige Arbeit zu leisten, dabei aber ohne es zu merken das Team blockieren. Hier sind Vorwürfe kontraproduktiv.
Wie schafft man es also die Vorwürfe des Teams so an den Adressaten heran zu tragen, dass sie gehört werden, aber nicht als Vorwurf an der Person wahrgenommen werden? Es ist vorrangig wichtig, den Mitarbeiter darin zu bestärken, auch weiterhin Initiative zu zeigen und weiter bestmögliche Arbeit abliefern zu wollen. Ein Lob als Einstieg in das Gespräch schafft eine gute Basis. Im zweiten Schritt aber müssen die Probleme zielführend angesprochen und die Kritikpunkte einzeln und vor allem sehr sachlich durchgegangen werden. 


Faule Mitarbeiter ins Team einbeziehen

Faule Mitarbeiter können trotzdem nette und gesellige Menschen sein, die es jedoch bei vielen Gelegenheiten schaffen, sich vor der Arbeit zu drücken.
Besonders ärgerlich ist es, wenn derjenige Mitarbeiter genau weiß, wie wichtig eine Aufgabe ist und es fachlich und zeitlich keinerlei Problem gibt, die Aufgabe pünktlich und gut zu erledigen – und dennoch kommt es aufgrund fehlender Arbeitsmoral zu Verzögerungen oder Fehlern. Schon wieder. Hier ist der Projektmanager in seiner Führungsqualität gefragt. Jedes Gespräch dreht sich im Kreis und der Angesprochene erwidert wieder, dass alles in Ordnung ist, dass schlicht und einfach ein Fehler unterlaufen ist. Es hagelt Entschuldigungen und Versprechen. Der Manager muss an dieser Stelle klare Grenzen setzen, auch wenn der Mitarbeiter noch so einsichtig und freundlich ist. Grenzen zu setzen bedeutet, Konsequenzen anzudrohen und diese auch durchzusetzen. Eine Abmahnung ist sicherlich eine schwere Maßnahme, aber manche Menschen überwinden ihre Bequemlichkeit nur, wenn sie irgendwann zu spüren bekommen, wie ernst es ist. Nach dem zehnten ermutigenden Gespräch ist vielleicht sogar eine schriftliche Abmahnung die einzige Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erzielen.

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